Etikett mit der Aufschrift Wasserstoff klebt auf einer Rohrleitung | dpa

Förderung des Bundes 900 Millionen Euro für grünen Wasserstoff

Stand: 23.12.2021 18:57 Uhr

Das Bundeswirtschaftsministerium hat 900 Millionen Euro zur Förderung der Wasserstoffwirtschaft freigegeben. Das Programm "H2Global" soll dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen.

Als Maßnahme zum Klimaschutz fördert Deutschland die Wasserstoffwirtschaft mit 900 Millionen Euro. Das von dem Grünen-Politiker Robert Habeck geleitete Bundeswirtschaftsministerium bewilligte die Summe für das Förderprogramm "H2Global". Es soll die Vermarktung von grünem Wasserstoff voranbringen - über sogenannte Doppelauktionsverfahren. Das bedeutet, Wasserstoff wird günstig auf dem Weltmarkt eingekauft und in der EU meistbietend verkauft.

Die neue Regierung will schnell eine Wasserstoff-Industrie mit einer Elektrolyse-Leistung von zehn Gigawatt bis 2030 aufbauen. Vorrangig soll er mit Hilfe von erneuerbaren Energien als "grüner" Wasserstoff erzeugt werden. Dieser gilt als einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen.

Programm soll Verluste in Anfangsphase auffangen

Die ersten Abnahmeverträge im Rahmen von "H2Global" sollen bereits im Jahr 2022 geschlossen werden, wie es hieß. Die ersten Lieferungen nachhaltiger Energieträger auf Wasserstoffbasis nach Deutschland und Europa seien für das Jahr 2024 geplant. Da die Produktion von grünem Wasserstoff in der ersten Phase noch relativ teuer ist, dürfte der beauftragte Zwischenhändler Verluste einfahren. Sie sollen durch Subventionen für maximal zehn Jahre ausgeglichen werden.

Wirtschaftsweise hält Programm für zielführend

Veronika Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung, begrüßte die Entscheidung: "Der Fokus von 'H2Global' liegt hier auf Wasserstoff-Erzeugungskapazitäten im Ausland. Die Aktivitäten tragen dazu bei, frühzeitig den Import von Wasserstoff anzustoßen und Handelsbeziehungen mit Partnern zu etablieren, die günstig grünen Wasserstoff bereitstellen können", sagte sie gegenüber tagesschau.de.

Veronika Grimm | Sachverständigenrat

Wirtschaftsweise Veronika Grimm sieht in "H2Global" eine gute Basis zur Verringerung von Energieabhängigkeiten. Bild: Sachverständigenrat

Dies sei ein wichtiger Schritt, da Deutschland im kommenden Jahrzehnt große Mengen an Wasserstoff importieren müsse. "Dafür gilt es schnellstmöglich, den Grundstein zu legen. Man muss damit beginnen, die Infrastrukturen aufzubauen. Gleichzeitig bietet sich so mittelfristig die Möglichkeit, Energieabhängigkeiten zu diversifizieren", erklärte die Wirtschaftswissenschaftlerin weiter. "Dass dies sinnvoll ist, werde im Zuge der aktuellen Energiepreiskrise nur allzu deutlich." Durch das beidseitige Bietverfahren kämen die Akteure zum Zug, die die geringste Förderung bräuchten. "Das ist zielführend."

EU-Kommission billigt Förderung

"H2Global" war am Donnerstag von der EU-Kommission genehmigt worden. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte, mit der deutschen Regelung würden Projekte unterstützt, die im Einklang mit den im "Grünen Deal" festgelegten Umwelt- und Klimazielen der EU zu einer erheblichen Verringerung der Treibhausgasemissionen führten. Sie werde dazu beitragen, die steigende Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff in der Union zu decken.