SPD-Chefin Saskia Esken | EPA

Erneute Kandidatur Esken will SPD-Chefin bleiben

Stand: 04.11.2021 15:49 Uhr

SPD-Chefin Esken will erneut für den Parteivorsitz kandidieren. Sie braucht allerdings einen neuen Partner einer Doppelspitze. Als Favorit gilt Generalsekretär Klingbeil. Am Montag will die SPD einen Vorschlag machen.

Eine Woche hat sie überlegt, nun ist die Entscheidung gefallen: Saskia Esken will erneut für den Parteivorsitz der SPD kandidieren. Sie habe sich entschieden, ihre "Bewerbung für das höchste Parteiamt zu erneuern", bestätigte die 60-Jährige der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Ihr Ziel sei, den mit dem bisherigen Ko-Parteichef Norbert Walter-Borjans eingeschlagenen Weg fortzusetzen - auch wenn dieser nicht erneut antritt.

"Ich sehe meine Aufgabe darin, die SPD zu modernisieren, ihre historisch gewachsenen Werte zu stärken und daraus mit den Mitgliedern und im Austausch mit der Gesellschaft sozialdemokratische Ideen und Positionen zu entwickeln", führte sie aus.

Seit 2019 an der Parteispitze

Esken führt die SPD seit 2019 zusammen mit Norbert Walter-Borjans. Nach ihrer Wahl hatten die öffentlichen Kämpfe um die Vorherrschaft bei den Sozialdemokraten aufgehört. Diese Ruhe in der Partei gilt vielen als Grundstein des SPD-Wahlerfolgs bei der Bundestagswahl.

Walter-Borjans hatte jedoch kürzlich angekündigt, beim Parteitag im Dezember nicht erneut kandidieren zu wollen. Esken war so unter Zugzwang geraten. Vor der Bundestagswahl hatte die 60-Jährige Interesse an einer weiteren Amtszeit signalisiert. Sie war aber auch als Anwärterin für ein Ministeramt in einer möglichen Ampel-Koalition gehandelt worden. Das gilt nun als unwahrscheinlich. In der SPD gilt es nämlich als ausgemacht, dass das Spitzenamt in der Partei und ein Ministerposten weiterhin nicht zusammenfallen sollen, auch wenn dies satzungsmäßig möglich wäre.

Führungsduo Esken/Klingbeil?

Als wahrscheinlichste Besetzung für den anderen Platz in der neuen Doppelspitze gilt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Er hatte sich offen dafür gezeigt, SPD-Chef zu werden. "Der Vorsitz ist ein sehr wichtiges, traditionsträchtiges und reizvolles Amt, in dem man viel bewegen kann", sagte Klingbeil jüngst in einem Interview mit dem RND. Nicht ausgeschlossen ist, dass sich auch Bewerberinnen oder Bewerber melden, die bisher nicht gehandelt werden. Die Vorsitzenden sollen auf einem SPD-Parteitag vom 10. bis 12. Dezember gewählt werden. Zunächst will aber der SPD-Vorstand am Montag einen Vorschlag für das neue Führungsduo der Partei machen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. November 2021 um 16:00 Uhr.