Ministerpräsident Armin Laschet sitzt im Landtag von Nordrhein-Westfalen. | dpa

Bundestagswahlkampf CSU erhöht Druck auf Laschet

Stand: 08.05.2021 11:26 Uhr

In Umfragen liegt die Union derzeit hinter den Grünen. CSU-Generalsekretär Blume formuliert auch deshalb klare Erwartungen an Kanzlerkandidat Laschet. Zu Grün-Schwarz hat er eine eindeutige Meinung.

Auch nach der Festlegung auf CDU-Chef Armin Laschet als Kanzlerkandidaten kommt die Union nicht zur Ruhe. Die CSU formuliert Erwartungen an die nahe Zukunft. "Wir haben in den letzten Wochen manchmal gehört, Umfragen seien nicht so wichtig. Ich bin zuversichtlich, dass es Armin Laschet gelingt, das zu drehen", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume dem "Münchner Merkur".

Gleichzeitig machte Blume deutlich: "Wir setzen auf Sieg und spielen nicht auf Platz. Eine Junior-Rolle für die Union in einer künftigen Bundesregierung würde ich ausschließen." Damit lehnte er einen CSU-Einstieg in eine grün-schwarze Koalition auf Bundesebene ab.

"Große Enttäuschung über Personalentscheidung"

In der "Augsburger Allgemeinen" sprach Blume von einer "großen Enttäuschung über den Ausgang der Personalentscheidung" für Laschet, die sich auch in Umfragen widerspiegle. "Viele, nicht nur in Bayern, hätten sich Markus Söder gewünscht", sagte Blume.

Die CSU dürfe nicht mit der CDU nach unten gezogen werden. "Als CSU müssen wir uns vom Bundestrend abkoppeln." Dabei setze die CSU voll auf den bayerischen Ministerpräsidenten. "Die persönliche Zufriedenheit mit Söder ist unverändert auf hohem Niveau stabil."

Mit Dobrindt in den Wahlkampf

Für die CSU deutete Blume an, dass der Chef der Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, die Liste für die Bundestagswahl anführen soll. "Alexander Dobrindt als Landesgruppenvorsitzender ist sicherlich prädestiniert - er wäre quasi unser natürlicher Spitzenkandidat", so Blume im "Münchner Merkur".

Ein wenig Lob gab es dann doch noch für Laschet. Blume zeigte sich erleichtert, dass der Unions-Kanzlerkandidat sich unabhängig vom Wahlausgang auf einen Wechsel nach Berlin festgelegt hat. "Für uns ist klar: Wer heute auf der Liste steht, der geht auch nach Berlin. Ein bisschen Antäuschen - das akzeptiert der Wähler nicht." Es sei richtig, dass Armin Laschet das klargestellt habe.

Seehofer fordert Konzepte und neue Gesichter

Nach der Wahl wird Horst Seehofer kein politisches Amt auf Bundesebene mehr bekleiden. Das hatte der CSU-Politiker bereits vor zwei Jahren angekündigt. Angesprochen auf ein grün-schwarzes Bündnis machte aber auch er deutlich: "Das kann nicht unser Ziel sein." Die Unionsparteien sollten "so um den ersten Platz kämpfen, dass wir auch auf dem ersten Platz landen." Er empfehle CDU und CSU, "sich als Mitte-Rechts-Partei zu positionieren".

Horst Seehofer

Auch Seehofer fordert ein hohes Wahlkampf-Tempo.

Der Bundesinnenminister warb dafür, möglichst schnell mit neuen Köpfen und Konzepten in den Wahlkampf zu starten. Was CDU und CSU jetzt bräuchten, sei ein "knackiges inhaltliches Programm für die Zukunft" sowie "einige Gesichter, die Zukunft darstellen - Frauen und Männer", sagte Seehofer der Nachrichtenagentur dpa.

Grüne drei Punkte vor der Union

Im aktuellen ARD-DeutschlandTrend liegt die Union nicht auf Platz eins. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, käme die Union auf 23 Prozent, das sind vier Punkte weniger im Vergleich zum Vormonat. Die Grünen dagegen verbessern sich um vier Punkte auf 26 Prozent und wären damit stärkste Kraft.

Die CSU hatte vor der Entscheidung der Kandidatenfrage zugunsten von Laschet argumentiert, Söder habe deutlich bessere Umfragewerte als Laschet und die Union mit dem bayerischen Ministerpräsidenten die besseren Wahlchancen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 06. Mai 2021 um 22:15 Uhr.