Ein Mitarbeiter mit Maske registriert eine verpackte Impfstoff-Lieferung von Covax. | AP

Kampf gegen Pandemie Deutschland will 75 Millionen Impfdosen spenden

Stand: 29.12.2021 08:53 Uhr

Neben der eigenen Impfkampagne will Deutschland im kommenden Jahr auch den Kampf gegen die Pandemie in ärmeren Ländern weiter unterstützen. Dafür will die Bundesregierung 75 Millionen Impfdosen spenden - weniger als im laufenden Jahr.

Die Bundesregierung drängt auf ein möglichst schnelles Voranschreiten der Impfkampagne - und richtet ihren Blick dabei auch auf die Entwicklung in anderen, ärmeren Ländern. Um den dortigen Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen, will Deutschland im kommenden Jahr mindestens 75 Millionen Impfdosen spenden.

Das kündigte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland an. Die SPD-Politikerin führte an, dass Deutschland im laufenden Jahr rund 100 Millionen Impfdosen an andere Länder gespendet habe:

Aber dabei dürfen wie nicht stehen bleiben. Für das kommende Jahr planen wir eine weitere Spende von mindestens 75 Millionen Dosen.

Schulze betonte, dass die bundesweite Impfkampagne nicht durch die Spenden beeinflusst werden dürfe - eine Sichtweise, die zuvor auch schon Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geäußert hatte. "Wir sind uns einig, dass wir beides hinbekommen werden: Die Versorgung der eigenen Bevölkerung und die der ärmeren Staaten."

Deutschland weltweit zweitgrößter Impfstoff-Spender

Mit der Summe von 100 Millionen gespendeten Impfdosen ist Deutschland laut Auswärtigem Amt der größte Spender von Vakzinen weltweit. Zu den Empfängern zählten unter anderem Äthiopien, Malawi, der Sudan, Vietnam, der Iran sowie die Philippinen, Kenia und Pakistan.

Die Impfstoff-Spenden gehen vorrangig an die Initiative Covax, die 2020 von der Weltgesundheitsorganisation gemeinsam mit der Europäischen Kommission und Frankreich gegründet wurde. Covax setzt sich dafür ein, die Vakzine dann in den ärmeren Ländern zu verteilen und die dort laufenden Impfprogramme zu unterstützen.

Auch Deutschland wolle über die Spenden hinaus die notwendige Logistik unterstützen, damit der Impfstoff an den nötigen Stellen ankommt, sagte Schulze. Es sei wichtig, dass der Impfstoff in den ärmeren Ländern nicht nur in den Hauptstädten ankomme, sondern dass auch die Bevölkerung in entlegenen Dörfern geimpft werde.

"Brutale" Auswirkungen der Pandemie

Die Pandemie und deren Auswirkungen in solchen Ländern bezeichnete Schulze als "wirklich brutal", zumal auch andere Krankheiten wie Malaria oder Tuberkulose bekämpft werden müssten. Hinzu kämen zunehmende Armut und Hunger.

Eine Aufhebung des Patents für Impfstoffe lehnt Schulze jedoch weiterhin ab. "Ich wäre offen dafür, wenn es uns jetzt helfen würde. Aber der Herstellungsprozess moderner Impfstoffe ist technisch so anspruchsvoll und komplex, dass die Aussetzung gar nichts brächte", so die Ministerin. Notwendig sei eine weltweite Produktion in Zusammenarbeit mit den Herstellern. Deutschland helfe zum Beispiel bei der Ausbildung von Fachkräften für die geplante BioNTech-Impfstoffherstellung in Ruanda.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. Dezember 2021 um 06:04 Uhr.