Karl Lauterbach und Lothar Wieler | REUTERS

35 Millionen Impfstoff-Dosen Lauterbach kündigt vorzeitige Moderna-Lieferung an

Stand: 16.12.2021 16:07 Uhr

Die Booster-Impfung ist für den Gesundheitsminister Mittel Nummer eins im Kampf gegen die Omikron-Variante. Damit die Impfkampagne nicht ins Stocken gerät, will Moderna nach Aussagen Lauterbachs 35 Millionen Impfdosen eher liefern.

Die Corona-Infektionszahlen gehen bundesweit zurück - doch gerade mit Blick auf die Omikron-Variante des Virus nicht schnell genug, warnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und der Chef des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler. Das "Hauptwerkzeug" im Kampf gegen die Pandemie und die neue Variante sei und bleibe die Booster-Impfung, betonte Lauterbach.

Doch momentan drohe gerade in den ersten Monaten des kommenden Jahres ein Mangel an benötigten Impfdosen. Mit dem momentan vorrätigen Dosen wäre die Booster-Kampagne erst im März abgeschlossen, warnte der SPD-Politiker: "Das ist eindeutig zu langsam."

Moderna sichert frühere Lieferung zu

Darum arbeite sein Ministerium seit Samstag daran, zusätzlichen Impfstoff zu besorgen - und einen ersten Erfolg könne er bereits vermeldet, so Lauterbach: Der Hersteller Moderna habe zugesichert, 35 Millionen Impfdosen vorzeitig zu liefern. Zudem stehe das Gesundheitsministerium in Verhandlung mit anderen EU-Ländern, darunter Polen, Rumänien oder Bulgarien, um von dort Impfstoff zu erhalten.

Die Impfkampagne dürfe nicht durch fehlenden Impfstoff ausgebremst werden, mahnte Lauterbach. Deutschland habe zudem eine "große Tranche" an weiteren Impfdosen von BioNTech/Pfizer reserviert. Ein großer Teil dieser Impfdosen könne voraussichtlich im ersten Quartal 2022 geliefert werden, der gesamte Impfstoff jedoch erst im weiteren Verlauf des Jahres. Dafür werde ein großer Teil dieser Impfdosen in seiner Wirksamkeit bereits an die Omikron-Variante angepasst sein, so Lauterbach weiter.

"Eine Frage der Zeit, bis Omikron übernimmt"

Auch RKI-Präsident Wieler betonte, momentan sei zwar noch immer Delta die dominierende Corona-Variante. Doch es sei nur "eine Frage der Zeit, bis Omikron übernimmt". In Großbritannien und Dänemark breite sich Omikron schon rasant aus. In Deutschland seien derzeit ein paar hundert Fälle bekannt, Omikron sei aber bereits in allen Bundesländern aufgetreten.

Vieles über die neue Variante könne die Forschung noch nicht einschätzen, sagte Wieler. Etwa, "ob Omikron weniger oder mehr krank macht" und wie gut eine Impfung vor einem schweren oder gar tödlichen Verlauf schützt.

Boostern erhöht Impfschutz deutlich

Trotzdem rief auch Wieler eindringlich zum Impfen auf, denn es sei erwiesen, dass der Schutz einer zweifachen Impfung schon nach zwei Monaten beginne nachzulassen. Mit einer Drittimpfung werde er wieder auf 70 Prozent und mehr erhöht, betonte auch Lauterbach.

Doch Impfen allein reicht aus Sicht Wielers nicht aus. Parallel müssten auch weitere Corona-Maßnahmen eingehalten werden, wie das Tragen einer Maske, Lüften von Räumen, Abstand halten - und vor allem, die eigenen Kontakte zu reduzieren.

Weihnachten dürfe kein "Kickstart" für Omikron sein

Hier blickte Wieler auf die bevorstehenden Weihnachtstage und warnte: "Weihnachten darf nicht zum Kickstart für Omikron werden." Er appellierte an die Bevölkerung, sich nur in kleinem Kreis und immer mit denselben Personen zu treffen. Diesen Kreis sollte man bereits jetzt festlegen.

Und auch mit Impfung sollten sich Angehörige oder Freunde, die mit zu einer Risikogruppe zählenden Personen zusammenkommen, zuvor testen lassen. "Die Feiertage dürfen nicht zum Fest für das Virus werden", mahnte Wieler.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Dezember 2021 um 16:00 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Parsec 16.12.2021 • 21:43 Uhr

Impfung jetzt ist perfekter Brückenschlag gegen Omikron

20:53 Uhr von Nachfragerin: "Überzeugung statt Wissen ... Wissenschaft weiß noch nicht, wie wirksam Impfstoffe gegen Omikron sind, ... Lauterbach und Wieler behaupten trotzdem, ... Impfung [sei] das wirksamste Mittel gegen die neue Variante wäre. Ich würde ja eher auf Kontaktbeschränkungen setzen, ...Aber das ist wahrscheinlich wieder zu logisch." Boostern katapultiert Schutz gegen Delta auf 95%, gegen Omikron auf 70%. Das sagen Lauterbach + Wieler, wissenschaftl. belegbar. Wissenschaftl. belegbar auch, dass nach rd. 3 Monaten die Wirkung der akt. Impfung immer noch sehr gut wirkt, gegen Omikron aber deutlich abgeschwächt ist. Wer sich also jetzt i.pfen lässt, erlangt den z.Z. bestmögl. Schutz, das zählt! Perfekter Brückenschlag! Im Frühjahr könnte dann schon d angepasste Impfstoff kommen. Selbstredend wirken Kontaktbeschränkungen. Aber genauso wenig absolut wie es es die Impfung tut. Sonst müssten Sie ja 100%ige Isolation verordnen. Aber das ist wahrscheinlich wieder zu logisch.