Angela Merkel | REUTERS

Beschluss von Bund und Ländern Impfung für Jüngere ab 7. Juni möglich

Stand: 27.05.2021 19:12 Uhr

Mit dem Ende der Impfpriorisierung am 7. Juni sollen auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren geimpft werden können. Darauf einigten sich Bund und Länder. Voraussetzung ist die Zulassung eines Vakzins für die Altersgruppe.

In rund anderthalb Wochen sollen in Deutschland auch Impftermine für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren vergeben werden. Das kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach gemeinsamen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer an.

Am 7. Juni soll die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben werden. Dann, so Merkel, können bei niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen sowie in Impfzentren auch Termine für die jüngeren Altersgruppen vergeben werden. Merkel betonte erneut das Ziel, dass bis zum Ende des Sommers jedem und jeder Deutschen ein Impfangebot gemacht werden kann, einschließlich der Zwölf- bis 16-Jährigen.

Bundesregierung hofft auf hohe Impfbereitschaft

Auch die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten zuvor diesen Zeitrahmen nochmals bekräftigt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte, die Entscheidung solle gemeinsam von Kindern, deren Eltern und Ärztinnen und Ärzten getroffen werden. Die Bundesregierung hofft auf eine Impfbereitschaft für die jüngeren Altersgruppen von etwa 60 Prozent. Es bestehe aber keine Impfpflicht, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, betonte nach dem Impfgipfel aber, dass nicht der Eindruck entstehen dürfe, für Kinder und Jugendliche werde eine eigenständige Impfkampagne gestartet. Es gebe keine zusätzlichen Impfstofflieferungen für die jüngeren Altersgruppen und daher auch keine schnelleren Impfangebote.

Bislang wurden bundesweit etwa 41,5 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft, so Merkel. 15,7 Prozent der Deutschen seien bereits vollständig geimpft worden. Die Impfkampagne habe seit dem Beginn des zweiten Quartals an Fahrt aufgenommen, lobte Merkel.

Schulbetrieb nicht abhängig von Impfungen

Mit Blick auf den Schulunterricht stellte Merkel klar, dass der ein sicherer Schulbetrieb stattfinden könne - ganz unabhängig von der Frage, ob die Schüler geimpft oder nicht geimpft seien. Auch Müller betonte, bei den Schulen sei bereits der richtige Weg in Form von Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Masken oder dem Lüften der Räume eingeschlagen worden.

Auch im Hinblick auf die Urlaubsplanung im Sommer solle eine Impfung der Kinder keine Grundvoraussetzung sein, fügte Merkel hinzu. Reisen in EU-Länder und außerhalb der EU seien möglich. Dafür böten auch die Testkonzepte genügend Sicherheit.

EMA entscheidet voraussichtlich morgen über Zulassung

Noch ist in der EU aber kein Impfstoff für unter 16-Jährige zugelassen. Morgen soll die Europäische Arzneimittelagentur EMA voraussichtlich über die Zulassung des Vakzins von BioNTech und Pfizer entscheiden. In Kanada und den USA wurde der Wirkstoff bereits für diese Altersgruppe freigegeben.

Laut Spahn soll der Impfstoff sofort für jüngere Altersgruppen genutzt werden, sobald die Zulassung erfolgt ist. Auch der Hersteller Moderna will Merkels Aussage zufolge "in absehbarer Zeit" die Zulassung seines Wirkstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragen. Doch bis zu einer Entscheidung über diese Zulassung werde es och etwas dauern.

STIKO skeptisch gegenüber allgemeiner Impfung für Jüngere

Doch nach der EMA muss auch die Ständige Impfkomission (STIKO) das Vakzin noch auf seine Anwendung ab zwölf Jahren prüfen. Das Gremium hatte bereits angekündigt, dass für diesen Vorgang noch etwa anderthalb Wochen nötig seien.

Zudem steht die Möglichkeit im Raum, dass die STIKO die Empfehlung ausspricht, zunächst nur bestimmte Gruppen von Kindern und Jugendlichen zu impfen - etwa Kinder mit chronischen Erkrankungen. Auch Spahn hatte mögliche Kriterien für die Impfung der ab Zwölfjährigen genannt, darunter neben chronischen Erkrankungen auch die persönliche und familiäre Situation oder die in den Altersstufen unterschiedlichen Risiken, die mit einer möglichen Corona-Infektion einhergingen.

Die STIKO begründet die eventuell eingeschränkte Impfempfehlung mit fehlenden Daten - beispielsweise darüber, welche Nebenwirkungen Kinder und Jugendliche nach einer Impfung entwickeln könnten.

Digitaler Impfnachweis wohl in etwa einem Monat einsatzbereit

Ein weiteres Thema bei den Gesprächen zwischen der Bundesregierung und den Länderchefs war der digitale Impfnachweis. Merkel stellte in Aussicht, dass dieses Angebot voraussichtlich ab Ende Juni, spätestens Anfang Juli genutzt werden könne - entweder mithilfe einer unabhängigen App oder der Corona-Warn-App.

In Bezug auf den digitalen Nachweis bewegten die Menschen viele Fragen, betonte Müller: Wie können sie in den kommenden Monaten planen? Beim Urlaub oder bei gemeinsamen Begegnungen? Merkel zufolge wurden bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit der Nachweis auch mit den Systemen anderer EU-Staaten kompatibel sei.

Die ersten Tests für den Einsatz des digitalen Impfnachweises sind bereits in einigen Impfzentren angelaufen.

Die EU-Staaten und das EU-Parlament hatten sich bereits vor einer Woche auf die Ausgestaltung des EU-Impfzertifikats geeinigt. Auch diese Form des Nachweises von Impfungen, überstandenen Infektionen und negativen Corona-Tests soll ab Ende Juni einsatzfähig sein.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Mai 2021 um 18:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Thomas D. 27.05.2021 • 23:09 Uhr

22:56 von Sisyphos3

22:41 von Sausevind >>Das habe ich wortwörtlich vor ein, zwei Wochen hier schon mal gelesen. Ebenfalls völlig ohne Beleg. Werden hier einfach irgendwelche Sachen erfunden und dann einfach so weitergetragen, als sei da eine Wahrheit dahinter?<< natürlich ! wenn einem etwas nicht passt unterstellt man "Unwahrheit/Gerücht" Mal wieder ziehen Sie es vor, den Beitrag, den Sie zornig kommentieren, gar nicht erst zu verstehen. Sausevind hat überhaupt nichts unterstellt. Er hat einfach nur gefragt. Ganz simpel. Kenntlich gemacht mit Fragezeichen.