Laschet in Berlin | REUTERS

CDU-Spitze trifft Laschet Eine erste Entscheidung in der K-Frage

Stand: 12.04.2021 11:10 Uhr

CDU-Chef Laschet möchte Kanzlerkandidat werden. Will das auch seine Partei? Das Präsidium stellte sich mit breiter Mehrheit hinter ihn. Für CSU-Chef Söder dürfte es schwer werden - auch wenn er Fans in der CDU hat.

CDU-Chef Armin Laschet oder CSU-Chef Markus Söder - wer wird die Union in den Bundestagswahlkampf führen? Beide Politiker wollen gerne Spitzenkandidat werden.

Das CDU-Präsidium stellte sich mit breiter Mehrheit hinter eine Kanzlerkandidatur von Laschet. Das bestätigte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach einer Sitzung des Präsidiums in Berlin. Man habe aber keinen Beschluss gefasst - dies sei auch nicht geplant gewesen.

Das CDU-Präsidium, der engste Führungszirkel um Laschet, tagte erstmals seit Monaten wieder in Präsenz. Laschet will sich dort und später im Vorstand den Rückhalt der Führungsgremien sichern. Er werde "um Vertrauen bitten", hatte er am Sonntagabend im Bericht aus Berlin gesagt. Es wird erwartet, dass das Führungsgremium dem Parteichef Rückendeckung geben wird. Laschet will sich gegen 13.30 Uhr in Berlin den Fragen der Medien stellen.

Zwar hatte der CDU-Chef am Sonntag betont, mit Söder sei vereinbart worden, dass kein Beschluss fällt. Aber auch eine "Empfehlung" der CDU-Gremien gilt in Unionskreisen als entscheidende Weichenstellung.

Söder hatte betont, er wolle nur kandidieren, "wenn die CDU bereit wäre, mich zu unterstützen". Andernfalls bleibe er "ohne Groll" zurück.

"Da muss ein Knopf dran gemacht werden"

"Es ist doch klar, dass das CDU-Präsidium sich hinter seinen Parteivorsitzenden stellt", sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans vor Beginn der Sitzung. Dies sei aber überhaupt nicht die Frage. "Wir beraten miteinander, wie wir die Frage der Kanzlerkandidatur angehen und wie wir die Chancen für unser Land in den 20er-Jahren nutzen. Es geht um das Land vor allem."

Ähnlich äußerte sich auch die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner: Laschet regiere das größte Bundesland. Er habe sehr integrierende Fähigkeiten. "Das halte ich für sehr wichtig." Nun müsse eine zeitnahe Entscheidung her: "Bei uns sagt man: Da muss ein Knopf dran gemacht werden. Denn wer nicht handelt, wird behandelt." Alles, was man auf die Bank schiebe, werde nicht besser.

Berliner CDU will lieber Söder

Vollkommen einer Meinung ist die CDU nicht: Das Präsidium der Hauptstadt-CDU sprach sich einhellig für eine Kandidatur des bayerischen Ministerpräsidenten aus, wie der CDU-Landesvorsitzende Kai Wegner mitteilte. "Markus Söder ist der zupackende, erfolgreiche Krisenmanager, der Deutschland aus der Pandemie führen und das Land zukunftsfest machen kann", erklärte er.

Beide hätten das Zeug zum Bundeskanzler, doch sein Landesverband sei überzeugt davon, dass "die Menschen noch stärker Markus Söder zutrauen, Deutschland gut zu führen."

Der Hamburgs Landesverband warnte vor Alleingängen der CDU. Eine Entscheidung müsse gemeinsam getroffen und abgestimmt werden, sagte der CDU-Landesvorsitzender Christoph Ploß. "Alles andere würde das Verhältnis zwischen den Unionsparteien nachhaltig beschädigen."

Altmaier: Stimmung an der Basis wichtig

Bei der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union muss nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Stimmung an der Basis eine wichtige Rolle spielen. "Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was die Präsidien der CDU und CSU sagen, weil Präsidien stehen ja immer zu ihren Vorleuten", sagte er RTL und ntv. Es komme nun darauf an, "dass wir eine Lösung finden, die von weiten Teilen der Union getragen werden kann", sagte der Minister.

Umfragen zufolge liegt Söder in der Kandidaten-Präferenz der Unionsanhänger deutlich vor Laschet. Der CSU-Chef berät sich am Nachmittag ab 15.00 Uhr mit seinem Präsidium. Die Gespräche finden als Videokonferenz statt, um 16.30 Uhr will Söder eine Pressekonferenz in München geben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2021 um 12:00 Uhr.