Cannabis-Pflanze | dpa

Pläne für Cannabis-Legalisierung Die grüne Vorfreude der Landwirte

Stand: 26.12.2021 10:58 Uhr

Die Ampel-Parteien wollen den Verkauf von Cannabis unter gewissen Voraussetzungen legalisieren. Laut Bundesagrarminister Özdemir zeigen viele Landwirte Interesse am Hanfanbau. Doch die CSU warnt vor der Legalisierung.

Eine "kontrollierte Abgabe zu Genusszwecken" - mit dieser Zielsetzung haben die Ampel-Parteien die Legalisierung von Cannabis in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. Davon versprächen sich auch viele Landwirte rentable Aussichten, so der neue Bundesagrarminister Cem Özdemir.

"Viele Bäuerinnen und Bauern stehen in den Startlöchern, um Hanf anzubauen", sagte der Grünen-Politiker in der "Bild am Sonntag". Er sei sich sicher, dass der Anbau von Hanf starten werde, sobald der Bundestag der Legalisierung zugestimmt habe. Bisher ist der Anbau von Cannabis in Deutschland gestattet, wenn die Pflanze für medizinische Zwecke genutzt wird.

Das wollen SPD, Grüne und FDP künftig ändern. Stimmt der Bundestag zu, wird es Erwachsenen in Deutschland möglich, in bestimmten "lizensierten" Geschäften eine gewisse Menge Cannabis zu kaufen - legal und für den eigenen Genuss.

Ampel verspricht sich mehr Schutz durch mehr Kontrolle

Für die neue Bundesregierung und ihren Agrarminister ergeben sich daraus klare Vorteile: Es sei sichergestellt, dass Cannabis in guter Qualität verkauft werde, ohne Verunreinigungen. Zudem diene der legale Verkauf dem Jugendschutz, da nur volljährige Bürgerinnen und Bürger berechtigt sind, Cannabis zu erwerben. Und die geplante Legalisierung würde die Polizei entlasten, fügte Özdemir hinzu. Die könne sich dann darauf konzentrieren, gegen den Schwarzmarkt und den Handel mit harten Drogen vorzugehen.

Holetschek fürchtet sinkende Hemmschwelle

In der alten Bundesregierung scheiterte die Debatte über die Legalisierung vor allem an der Union. Noch immer lehnen CDU und CSU die Pläne mehrheitlich ab. Für Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek droht mit dem grünen Licht für den grünen Verkauf vor allem das Risiko, dass die Hemmschwelle sinke und so mehr Menschen Cannabis konsumieren.

Die Ampel-Parteien drohten mit dem Verkauf zu Genusszwecken "alle genannten Risiken" in Kauf zu nehmen, warnte der CSU-Politiker im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Sprich: die mögliche Abhängigkeit der Konsumenten, die Risiken einer psychischen Erkrankung sowie die negativen Auswirkungen auf das Gedächtnis und auf Lern- und Denkleistungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Dezember 2021 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.