Lockheed Martin F-35 US-Kampfjet | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Sondervermögen für die Bundeswehr Löwenanteil für die Luftwaffe

Stand: 31.05.2022 18:55 Uhr

100 Milliarden Euro wird die Bundeswehr als Sondervermögen bekommen. Dem ARD-Hauptstadtstudio liegt der Entwurf für den Wirtschaftsplan vor, der skizziert, welche Bereiche am meisten profitieren sollen.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Vom neuen Kampfjet bis hin zum Funkgerät: Im Großen wie im "vermeintlich Kleinen" soll die Bundeswehr neu ausgerüstet werden. So viel war bislang schon klar. Nun aber konkretisieren sich die Beschaffungsvorhaben: Größter Nutznießer des 100 Milliarden-Geldsegens dürfte nun die Luftwaffe werden.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

Insgesamt rund 40,9 Milliarden Euro ist für die "Dimension Luft" vorgesehen, wie es in einer vertraulichen Liste heißt, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Aufgeführt sind darunter unter anderem der US-Tarnkappenjet vom Typ F-35, der als Nachfolger für den altersschwachen Tornado vorgesehen ist. Aber auch die Beschaffung schwerer Transporthubschrauber, die geplante Bewaffnung der Heron-TP-Drohne sowie Entwicklung und Kauf der ECR-Eurofighter.

Nachfolger für den Schützenpanzer Marder

Für den Bereich "See", also die Marine, sind 19,3 Milliarden Euro vorgesehen, gefolgt vom Heer mit 16,6 Milliarden. Hier wird unter anderem ein Nachfolger für den Schützenpanzer Marder aufgelistet sowie die Nachrüstung der restlichen Schützenpanzer vom Typ Puma 1.

Einen weiteren großen Posten von über 20 Milliarden Euro bildet die Modernisierung der Kommunikation: also der Ausbau der Bundeswehr-Satelliten im All bis hin zum digitalen Funkgerät.

Ein vergleichsweise kleiner Betrag von zwei Milliarden würde dem Papier zufolge für "Bekleidung und persönliche Ausrüstung" der Soldatinnen und Soldaten ausgegeben. Dass hier dringend Abhilfe nötig sei, hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ein ums andere Mal betont. Unter anderem werden unter diesem Punkt Kampfschuhe und Nachtsichtgeräte konkret benannt.

Beschluss schon am Freitag?

Am späten Sonntagabend hatten die Ampel-Parteien und die Union ihren mehrwöchigen Streit beigelegt und sich auf die Verankerung des 100-Milliarden-Sondervermögens für die Bundeswehr im Grundgesetz geeinigt. Damit klar ist, in welchen Bereichen genau bei der Truppe nachgerüstet wird, ist ein sogenannter Wirtschaftsplan nötig, dessen Grundlage das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegende Papier ist.

Dieser Wirtschaftsplan soll zusammen mit der Grundgesetzänderung möglichst noch am Freitag vom Bundestag beschlossen werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Mai 2022 um 20:00 Uhr.