Ein Bundeswehr-Soldat der Mission MINUSMA in Mali | dpa
Hintergrund

MINUSMA-Mission in Mali Der gefährlichste Einsatz der UN

Stand: 25.06.2021 17:01 Uhr

Vor acht Jahren schuf der UN-Sicherheitsrat eine Friedenstruppe für das westafrikanische Mali. Seither sind fast 250 Soldaten und Mitarbeiter ums Leben gekommen. Immer wieder attackieren islamistische Kämpfer die Blauhelme.

MINUSMA gilt mit fast 250 Todesopfern als derzeit gefährlichster Einsatz der Vereinten Nationen. Ziel der Mission mit rund 13.000 Blauhelm-Soldatinnen und -Soldaten ist die Sicherung des Friedens im westafrikanischen Mali. Die Truppe wurde 2013 vom UN-Sicherheitsrat geschaffen, um ein Abrutschen des Landes ins Chaos zu verhindern.

Mali liegt in der Sahelzone, einer Region, die als Rückzugsort für islamistische Kämpfer und Menschenschlepper gilt. Laut Bundesverteidigungsministerium ist die Sicherheitslage unsicher und besorgniserregend. Regelmäßig kommt es demnach zu gewaltsamen Angriffen von Dschihadisten auf Zivilisten, staatliche Sicherheitkräfte und Angehörige internationaler Einsätze. Auch Konvois und Kasernen der MINUSMA-Mission werden gezielt attackiert.

Der Einsatz in Mali ist aber nicht nur wegen islamistischer Anschläge gefährlich und komplex. Hinzu kommt, dass das malische Militär die Regierung im August zum zweiten Mal nach 2012 zum Rücktritt zwang. Seither ist eine Militärjunta an der Macht. International gibt es an dem Umsturz viel Kritik, der Staat ist international zunehmend isoliert.

Größter Auslandseinsatz der Bundeswehr

An MINUSMA ist auch die Bundeswehr mit bis zu 1100 Soldaten beteiligt. Es handelt sich um den derzeit größten Auslandseinsatz der deutschen Armee. Die Bundeswehr-Soldaten unterstützen mit Frachtflügen das malische Militär bei der Versorgung und sammeln am Boden und in der Luft Informationen über die Entwicklung der Sicherheitslage.

Im Mai beschloss der Bundestag eine Verlängerung des Mandats. Die deutsche Beteiligung an MINUSMA und an der Europäischen Trainingsmission (EUTM) sollen bis zum 31. Mai 2022 fortgesetzt werden.

Die EUTM bildet hauptsächlich malische Streitkräfte und die gemeinsame Einsatztruppe der G5-Sahel-Staaten Mali, Burkina Faso, Mauretanien, Niger und Tschad aus. Denn Terrorismus und organisierte Kriminalität drohen nicht nur Mali, sondern ganz Westafrika zu destabilisieren. Mit der Verlängerung wurde das Mandat der Bundeswehr deshalb auch auf die Nachbarländer Niger und Burkina Faso ausgeweitet und die Obergrenze von 450 auf 600 deutsche Soldaten erhöht.

Mit Informationen von Birgit Schmeitzner, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juni 2021 um 20:00 Uhr.