Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr während einer Übung | dpa

Unterstützung der Ukraine Bund liefert weitere vier Panzerhaubitzen

Stand: 19.09.2022 17:02 Uhr

Die Ukraine erhält weitere vier Panzerhaubitzen aus Beständen der Bundeswehr. Dies geschehe auf Wunsch der Regierung in Kiew, sagte Bundesverteidigungsministerin Lambrecht. Die Haubitzen hätten sich im Gefecht bewährt.

Deutschland will der Ukraine vier weitere Artilleriegeschütze des Typs Panzerhaubitze 2000 zur Verfügung stellen. Es handle sich um gebrauchte und wieder instand gesetzte Geschütze der Bundeswehr, die nun "trotz der angespannten eigenen Materiallage" an die Ukraine abgegeben werden sollten, erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Dies sei durch Gespräche mit der Industrie über eine vorgezogene Lieferung überholter Geschütze aus der Instandsetzung des Heers möglich geworden. Die Lieferung werde "unverzüglich" in die Wege geleitet und soll auch ein Munitionspaket umfassen.

"Die von Deutschland und den Niederlanden gelieferten Panzerhaubitzen 2000 haben sich im Gefecht mehr als bewährt", sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht. "Damit steigt die Zahl dieser von Deutschland gelieferten Hochleistungsgeschütze auf 14." Die Bundeswehr bildet auch ukrainische Soldaten an den Panzerhaubitzen aus. Die Bundesregierung betonte, dass die Ukraine den Wunsch nach weiteren Haubitzen geäußert habe.

Modernes Artilleriegeschütz

Die mit drei bis fünf Soldaten besetzte Panzerhaubitze 2000 ist ein auf ein Panzerfahrgestell montiertes fahrbares Artilleriegeschütz mit großer Feuerkraft und Reichweite. Die Panzerhaubitze 2000 kann je nach verwendeter Munition 30 bis 40 Kilometer weit schießen.

Sie gilt unter Experten als eine der modernsten Haubitzen der Welt und kann bis zu zehn Granaten pro Minute abfeuern. Auch aus den Niederlanden hat die Ukraine solche Geschütze erhalten.

Der Ukraine wurden im Juni die ersten Exemplare geliefert, nachdem die Ausbildung ukrainischer Soldaten daran abgeschlossen war. Nach Angaben der Bundeswehr wurden diese Geschütze seitdem "intensiv genutzt" und haben nicht mehr die volle Einsatzbereitschaft. Vermutlich müssen die Waffensysteme also dringend gewartet und möglicherweise repariert werden.

Bundesregierung gegen Alleingang

Die Ukraine hat von westlichen Staaten wie Deutschland auch Kampf- und Schützenpanzer gefordert, die die Truppen bei Vorstößen und der Rückeroberung von Gebieten nutzen könnten und die für den Einsatz im direkten Gefecht gebaut sind.

Schützenpanzer dienen dazu, Soldaten möglichst sicher ins Kampfgebiet zu transportieren und diese im Gefecht zu unterstützen. Bisher hat kein NATO-Land Kampfpanzer westlicher Bauart geliefert. Bundeskanzler Olaf Scholz betont stets, dass es in dieser Frage keinen deutschen Alleingang geben werde.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. September 2022 um 12:35 Uhr.