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Hintergrund

Bundespräsidenten Wahlen in Zahlen

Stand: 13.02.2022 05:00 Uhr

Zwölf Männer, null Frauen. Der Jüngste war 51 Jahre alt, der Älteste 72. Einer bekam noch 37 Jahre Ehrensold, einer verzichtete. Interessante Zahlen rund um die Wahlen von Deutschlands Nummer eins.

736 plus 736 ...

... ergibt zusammen 1472. So viele Männer und Frauen waren dieses Mal Teil der Bundesversammlung. Damit ist sie so groß wie nie zuvor. Das liegt auch an der Rekordgröße des Bundestags. 736 Abgeordnete sitzen aktuell im Parlament - sie stellen zusammen eine Hälfte der Bundesversammlung. Eine gleich große Zahl - also auch 736 - entsenden die 16 Landesparlamente. Das müssen nicht zwingend Landesparlamentarier sein. Immer wieder werden auch Menschen aus Sport, Kultur und Gesellschaft geschickt - so auch diesmal. Oder Ehemalige aus der Politik: Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern entsendet Angela Merkel.

Zwölf - und keine Frau

In der Geschichte der Bundesrepublik gab es bislang zwölf Bundespräsidenten. Alles Männer, eine Frau als Staatsoberhaupt gab es in Deutschland noch nie. Sechs dieser Männer kamen von der CDU, drei von der SPD und zwei von der FDP. Ohne Parteizugehörigkeit war nur einer: Joachim Gauck.

Mindestens 40

Das Mindestalter für einen Bundespräsidenten liegt bei 40 Jahren. Mit seinen 51 Jahren war Christian Wulff der bislang jüngste Hausherr in Schloss Bellevue - und zugleich derjenige mit der kürzesten Amtszeit: Nach 598 Tagen trat er zurück.

72

Ein Höchstalter für Staatsoberhäupter ist nicht festgelegt. Joachim Gauck war bislang der älteste: Mit 72 Jahren trat der Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler am 23. März 2012 sein Amt an. Gauck war zugleich der erste parteilose Bundespräsident. Aus Altersgründen verzichtete er 2017 auf eine erneute Kandidatur.

Zwei schafften zwei

Der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin werden für fünf Jahre gewählt, eine einmalige Wiederwahl ist problemlos möglich. Ob auch eine dritte Amtszeit denkbar wäre, ist verfassungsrechtlich umstritten - das gab es auch noch nie. Von den bislang wiedergewählten Bundespräsidenten, trat keiner ein drittes Mal an. Und auch die volle zweite Amtszeit schafften bisher nur zwei: Heuss und Weizsäcker. Lübke und Köhler traten vorher zurück.

Nummernschild 0 - 1

Wer eine dunkle Oberklassen-Limousine mit dem amtlichen Sonderkennzeichen 0 - 1 sieht, dürfte mit ziemlicher Sicherheit dem Bundespräsidenten oder zumindest seinem Dienstwagen begegnet sein. Weht dann noch die Standarte des Bundespräsidenten am rechten Kotflügel - ein schwebender Bundesadler im goldfarbenen Quadrat mit rotem Rand - und ist der Wagen eingerahmt von einer Polizeieskorte, besteht kaum ein Zweifel: Hier ist das Staatsoberhaupt im offiziellen Einsatz.

Zehn Neuntel

Der Bundespräsident oder die -präsidentin bekommt Amtsbezüge - derzeit in Höhe von zehn Neunteln der Bezüge des Bundeskanzlers. Außerdem wird ihm oder ihr eine Amtswohnung mit Ausstattung zur Verfügung gestellt plus eine Aufwandsentschädigung. In Zahlen: Im Haushaltsjahr 2020 lagen die Amtsbezüge laut Internetseite des Bundespräsidialamtes bei rund 254.000 Euro plus Aufwandsentgelt in Höhe von 78.000 Euro. Nach dem Ausscheiden gibt es einen Ehrensold auf Lebenszeit plus Amtsausstattung, wie etwa Büro und Dienstwagen. Seit 2019 gelten hier strengere finanzielle Regeln. Am längsten bekam Walter Scheel den Ehrensold: 37 Jahre. Am anderen Ende der Skala steht Horst Köhler: Er verzichtete.

1970

Eigentlich war ab 1949 klar: Der Bundeskanzler hält die Weihnachtsansprache, der Bundespräsident ist für die Silvesteransprache zuständig. Das Duo Willy Brandt und Gustav Heinemann tauschte im Jahr 1970 jedoch. Heinemann hielt am 25. Dezember erstmals die Ansprache zum Weihnachtsfest, Brandt die zum Jahreswechsel. Und so blieb die Aufgabenverteilung bis heute.

Nummer 1

In der Rangfolge der Vertreter der höchsten Verfassungsorgane steht der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin protokollarisch an erster Stelle. Nach dem Staatsoberhaupt folgt - nein, nicht der Bundeskanzler und auch nicht die Kanzlerin. Nummer 2 ist vielmehr der Präsident oder die Präsidentin des Bundestags. Schließlich vertritt er oder sie mit dem Parlament ein direkt vom Volk gewähltes Verfassungsorgan. Der Kanzler oder die Kanzlerin wird wiederum von den Abgeordneten gewählt. Protokollarische Nummer 4 ist die Spitze des Bundesrats, dann folgt der Präsident oder die Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Februar 2022 um 14:00 Uhr.