Eine Frau drückt ein Pad auf ihren Oberarm, nachdem sie eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Moderna erhalten hat. | picture alliance/dpa/AP

Beschlussentwurf für Impfgipfel Hausärzte könnten nach Ostern impfen

Stand: 19.03.2021 15:58 Uhr

Die Impfkampagne muss an Fahrt aufnehmen, darüber sind sich Bund und Länder einig. Dafür sollen ab der Woche nach Ostern laut Plänen des Kanzleramts immer mehr Hausarztpraxen eingebunden werden. Doch noch fehlt weiter Impfstoff.

Bereits ab der Woche nach Ostern sollen nach den Plänen des Bundeskanzleramts nach und nach Corona-Schutzimpfungen in Hausarztpraxen möglich sein. Das geht aus einem Entwurfpapier des Kanzleramts für den Impfgipfel von Bund und Ländern hervor, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

Für die Woche ab dem 5. April sind demnach aber zunächst nur rund eine Million Impfdosen für die Arztpraxen vorgesehen, für die letzte Aprilwoche werden mehr als 3,1 Millionen angestrebt. Das Papier ist dem Vernehmen nach mit den Ländern Bayern und Berlin vorabgestimmt.

Voraussetzung für die Bereitstellung für Arztpraxen sei aber, dass der Hersteller BioNTech wie angekündigt eine zusätzliche Lieferung über vier Millionen Dosen an die EU leistet. Diese zusätzlichen Dosen, von denen insgesamt 580.000 auf Deutschland entfallen, sollen zudem nach Vorstellung des Kanzleramts auch bevorzugt für Impfungen in Hotspots eingesetzt werden - insbesondere in den Grenzregionen zum französischen Département Moselle und an der Grenze zu Tschechien.

Impfungen zunächst für vulnerable Gruppen

"Aufgrund der zunächst noch sehr geringen Liefermengen pro Woche in der Größenordnung von 20 Impfdosen pro Praxis für ca. 50.000 Hausarztpraxen (eine Million Dosen insgesamt) wird zunächst etwa eine Impfsprechstunde pro Woche ermöglicht", heißt es weiter im Papier. Daher erscheine es sinnvoll, dass zunächst die jeweiligen Ärztinnen und Ärzte die besonders vulnerablen Patientinnen und Patienten hierzu gezielt einladen. In einigen Bundesländern sind bereits jetzt in ausgewählten Arztpraxen Impfungen möglich. Hier werden etwa Krebspatienten versorgt.

Einen genauen Termin für den Start routinemäßiger Impfungen in den Praxen enthält der Beschlussentwurf noch nicht. Er dürfte Gegenstand der Beratungen sein, die zur Stunde zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs laufen. "Perspektivisch ist es erforderlich, dass sowohl die Impfzentren ihre Kapazität steigern als auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sich mit hohem Einsatz am Impfgeschehen beteiligen", heißt es in dem Entwurf. Bund und Länder hielten an dem Ziel fest, "im Sommer allen Bürgerinnen und Bürgern ein Impfangebot machen zu können".

Bürokratie soll reduziert werden

Der Impfgipfel hatte ursprünglich am Mittwoch stattfinden sollen, war dann aber wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung von Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca auf heute verschoben worden. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben den Übergang zu breit angelegten Impfungen in Praxen bisher spätestens für die Woche vom 19. April angepeilt.

Um mehr Tempo in die Impfungen zu bekommen, soll zudem die Bürokratie reduziert werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werde gemeinsam mit der Gesundheitsministerkonferenz gebeten, den "Dokumentationsaufwand in den Arztpraxen möglichst gering" zu halten, heißt es dazu im Papier.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. März 2021 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.