Baerbock | dpa

K-Frage bei den Grünen Baerbock soll Kanzlerkandidatin werden

Stand: 20.04.2021 12:20 Uhr

Die Grünen haben die K-Frage entschieden: Parteichefin Baerbock soll Kanzlerkandidatin werden. Von den beiden Vorsitzenden galt Habeck lange Zeit als Favorit. Zuletzt hatte Baerbock aber in den Umfragen aufgeholt.

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Der Bundesvorstand der Grünen nominierte die 40-Jährige für den Spitzenposten, wie die Partei in Berlin mitteilte. Die Entscheidung muss noch auf einem Parteitag vom 11. bis 13. Juni bestätigt werden. Die Zustimmung gilt als sicher. Die Bundestagswahl findet am 26. September statt.

Mit der Entscheidung enden monatelange Spekulationen. Die Partei hatte die Klärung der Kandidatenfrage ihren beiden Parteivorsitzenden Baerbock und Robert Habeck (51) überlassen, die sich geräuschlos untereinander verständigten.

Baerbock sagte, sie sehe ihre Kandidatur "als Einladung, unser vielfältiges, reiches, starkes Land in eine gute Zukunft zu führen". Sie warb für einen Aufbruch in Deutschland. "Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass dieses Land einen Neuanfang braucht", sagte sie. Sie wolle eine Politik anbieten, die vorausschaue.

"Wir wollten es beide"

Grünen-Chef Robert Habeck warb für seine Co-Chefin Baerbock als Kanzlerkandidatin. Er beschrieb sie in Berlin als "kämpferische, fokussierte, willensstarke Frau", die genau wisse, was sie wolle.

Habeck sagte, er und Baerbock hätten in den vergangenen Wochen vertraute, manchmal auch schwierige Gespräche darüber geführt, wer von beiden die Kandidatur übernehmen solle. "Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen", sagte er. Er selbst wolle sich aber gleichfalls in den Wahlkampf werfen. Die Gemeinsamkeit habe die Grünen so erfolgreich gemacht.

Zweitstärkste Kraft

Die Grünen hatten sich angesichts der seit 2018 hohen Umfragewerte erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden. Derzeit sind sie mit mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU/CSU und vor der SPD.

Baerbock wird bei der Wahl gegen zwei Männer antreten: Die SPD hat Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz nominiert, die Union muss sich noch zwischen den Vorsitzenden von CDU und CSU entscheiden, Armin Laschet und Markus Söder. Anders als bei CDU und CSU hat es bei den Grünen weder Streit noch größere öffentliche Diskussionen über die Kandidatenkür geben. Deswegen wird auch auf dem Parteitag im Juni eine große Zustimmung erwartet.

Baerbock ist bei der 20. Bundestagswahl seit 1949 erst die zweite Frau nach Angela Merkel, die sich um das höchste Regierungsamt bewirbt. Keiner der bisherigen Kanzlerkandidaten war jünger. Guido Westerwelle, der 2002 als bislang einziger Kanzlerkandidat der FDP antrat, war damals 40 - so wie Baerbock heute.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. April 2021 um 11:00 Uhr.