Anwohner und Ladeninhaber in Altenahr versuchen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien und unbrauchbares Mobiliar nach draußen zu bringen.  | dpa

Wiederaufbau im Ahrtal "Wir brauchen einen langen Atem"

Stand: 30.09.2021 22:34 Uhr

Das Ahrtal wird wohl noch über Jahre von den Folgen der Flutkatastrophe gezeichnet sein. Die Bürgermeisterin der Gemeinde Altenahr, Weigand, erklärte in den tagesthemen, dass weitere Anstrengungen nötig seien, um den Wiederaufbau sicherzustellen.

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, glaubt, dass die Ortschaften im Ahrtal noch einen langen Weg hin zur Normalität haben. "Wir brauchen einen langen Atem", sagte sie im Interview in den tagesthemen.

Zwar könnten Bewohner, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, seit Montag Hilfe beantragen, doch diese Gelder würden vor allem für zerstörten Hausrat aufgewendet. Nötig seien jetzt Handwerker und Baufirmen, um die Häuser wiederaufzubauen. "Im Winter muss es erst einmal warm werden", sagte Weigand.

Neue Vorgaben für Gemeinden

Wiegand machte klar, dass trotz des Schocks über die Katastrophe viele Bewohner das Ahrtal wieder aufbauen wollten. Die Menschen hätten schwere Wochen hinter sich. Viele Häuser seien bereits entkernt worden. Den Gemeinden seien die neuen Vorgaben mitgeteilt worden, in welchen Bereichen in Zukunft Häuser gebaut werden dürfen.

Es gebe aber besondere Zonen, wo definitiv nicht mehr gebaut werden dürfe. Jenen Bewohnern, die ihre Häuser verloren hätten, sei besondere Hilfe durch das Land Rheinland-Pfalz zugesagt worden. Aber noch läge nichts Konkretes vor. Ihre Gemeinde brauche nun neue Wohngebiete. "In den nächsten Jahren muss noch viel geregelt werden", sagte sie.

Sie wünscht sich in Zukunft Maßnahmen, um ein sicheres Leben in Tälern zu ermöglichen. Es sei keine Alternative, nur auf die umliegenden Hügel zu ziehen, da dort der Wohnraum schnell zugebaut sei. Gleichwohl bleibe immer ein Restrisiko.

133 Menschen starben

Auf einer sogenannten Zukunftskonferenz teilte die rheinland-pfälzische Landesregierung mit, dass nur relativ wenige zerstörte Häuser wegen Hochwassergefahr nicht mehr aufgebaut werden. Der Vor-Ort-Beauftragte Günter Kern erklärte, die Regierung habe mit 34 Betroffenen gesprochen, die nicht mehr aufbauen dürfen, weil sie im besonders gefährdeten Gebiet seien.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte, die "allermeisten Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen" könnten an Ort und Stelle sanieren. Bei der Flutkatastrophe nach extremem Starkregen waren am 14. und 15. Juli in dem touristisch geprägten Flusstal 133 Menschen getötet, Hunderte Anwohner verletzt und Tausende Häuser beschädigt oder zerstört worden.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. September 2021 um 22:15 Uhr.