Alice Weidel und Tino Chrupalla | AFP

Wahlkampf der AfD Weidel und Chrupalla sind Spitzenkandidaten

Stand: 25.05.2021 14:09 Uhr

Die AfD zieht mit Fraktionschefin Weidel und Parteichef Chrupalla als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf. Sie erreichten bei einer Mitgliederbefragung eine Zustimmung von 71,03 Prozent. Beide riefen die Partei zur Geschlossenheit auf.

Fraktionschefin Alice Weidel und Parteichef Tino Chrupalla sollen die AfD als Spitzenduo in den Bundestagswahlkampf führen. Beide erreichten bei einer Mitgliederbefragung eine Zustimmung von 71,03 Prozent, wie ein Parteisprecher mitteilte. Sie setzen sich damit gegen ihre Mitbewerber Joana Cotar und Joachim Wundrak durch, die 27,04 Prozent erreichten.

Wahlbeteiligung von 48,14 Prozent

Die rund 32.000 AfD-Mitglieder konnten seit dem 17. März online für ihr bevorzugtes Duo abstimmen. Den Parteiangaben zufolge nahmen 14.815 Mitglieder an der Befragung teil. Dies entsprach einer Beteiligung von 48,14 Prozent. 1,93 Prozent der Abstimmenden votierten mit Nein, 0,58 Prozent enthielten sich der Stimme.

Auf einer Pressekonferenz bedankte sich Chrupalla für die Unterstützung der Mitglieder. Er sprach von einem klaren Sieg und einem "wichtigen Ergebnis für uns als Partei für den gemeinsamen Wahlkampf". Es sei ein wichtiges Signal, dass Spitzenkandidaten aus Ost und West den Wahlkampf führen wollten.

"Jetzt heißt es, nach dieser innerparteilichen Wahl gemeinsam und einig in den Wahlkampf zu ziehen", ergänzte Weidel. Angesprochen auf die Wahlbeteiligung erklärte die Fraktionschefin: "Bei einer Onlinebefragung fast 50 Prozent zu erreichen, ist extrem hoch. Dieses Votum ist lager- und strömungsübergreifend, ansonsten hätte man das gar nicht erreichen können. Also dieses Ergebnis spricht für sich."

Die beiden Zweierteams stehen für die verschiedenen Strömungen der Partei. Cotar und Wundrak zählen zum Lager um Parteichef Jörg Meuthen, der einen wirtschaftsliberalen und gemäßigteren Kurs vertritt. Das Team aus Chrupalla und Weidel kann auf die Unterstützung des rechtsnationalen Lagers der AfD um den Thüringer Björn Höcke zählen.

Meuthen gratulierte den Gewinnern zur Wahl und wünschte ihnen viel Erfolg bei der Aufgabe, "die AfD in den kommenden Monaten als führende Repräsentanten unseres Bundestagswahlkampfes zu vertreten".

Der Vize-Parteivorsitzende Stephan Brandner versicherte Chrupalla und Weidel auf Twitter, dass die Partei geschlossen hinter ihnen stehe. "Und jetzt gehen wir geeint, gestärkt und geschlossen in den Wahlkampf", schrieb Beatrix von Storch, die ebenfalls stellvertretende Parteivorsitzende ist.

Der Politologe Albrecht von Lucke wertete die Wahl als wenig überraschend. "Das Ergebnis ist ein klarer Sieg für die rechtsradikale Strömung, den 'Flügel'", sagte von Lucke auf tagesschau24. Damit habe Meuthen - der "Noch-Parteivorsitzende" - eine herbe Niederlage erlitten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Mai 2021 um 10:00 Uhr.

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Moderation 25.05.2021 • 17:31 Uhr

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