Ein Kinderarzt verabreicht einem Jungen einem Auffrischung eines dtp-Kombinationsimpfstoff. | picture alliance/dpa

Krankenkassen-Bericht Kinder werden häufiger geimpft

Stand: 23.02.2022 17:38 Uhr

Für Kinder empfiehlt die STIKO mehrere Impfungen, unter anderem gegen Masern oder Röteln. Gegen diese Krankheiten werden Kinder zwar offenbar häufiger geimpft - die Quote liegt aber trotzdem nur bei gut 50 Prozent.

Offenbar lassen mehr Eltern als früher ihre Kinder gegen Krankheiten wie Masern und Keuchhusten impfen. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, in den jedoch nur Daten von dort versicherten Kindern eingeflossen sind.

Demnach erhielten 51,9 Prozent der Kinder, die in der ersten Jahreshälfte 2019 geboren wurden, bis zu ihrem zweiten Geburtstag alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen. Bei den Kindern, die 2016 geboren wurden, lag die Impfquote noch bei 46,7 Prozent.

Dies bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch, dass fast die Hälfte der Kinder ohne den vollständigen empfohlenen Impfschutz bleibt. Die STIKO-Liste umfasst mehrere Impfungen, darunter neben Masern und Keuchhusten auch gegen Röteln, Kinderlähmung oder Windpocken.

Die Quote der komplett ungeimpften Kinder ging zurück: von 3,5 Prozent auf 2,8 Prozent.

Weniger Medikamente für Kinder verschrieben

Während der Corona-Pandemie sind dem Bericht zufolge deutlich weniger Medikamente an TK-versicherte Kinder verschrieben worden. 2020 wurden Kindern unter zwölf Jahren demnach fast 40 Prozent weniger Medikamente verschrieben als noch 2019.

Stark eingebrochen sei demnach etwa die Verschreibung fiebersenkender Wirkstoffe wie Paracetamol und Ibuprofen: Während vor der Pandemie noch 45 Prozent der Kinder mindestens einmal im Jahr ein solches Mittel verordnet wurde, waren es im ersten Pandemiejahr nur noch 29 Prozent. Auch die Verschreibungen bestimmter Antibiotika gingen stark zurück, bei Amoxicillin etwa um fast zwei Drittel.

Kinderkrankheiten gehen zurück

Den Grund für diese Entwicklung sieht die TK in den Corona-Schutzmaßnahmen. Wegen der Hygienemaßnahmen, Kita- und Schulschließungen sei auch die Zahl der typischen Kinderkrankheiten zurückgegangen.

Ganz neu ist der Trend der zurückgehenden Verschreibungen bei Kindern allerdings nicht - einen leichten Rückgang habe die TK auch schon vor der Pandemie beobachtet.

Mehr Psychopharmaka verordnet

Häufiger verordnet wurden im Jahr 2020 dagegen Psychopharmaka. Bei jüngeren Kindern zwischen sechs und elf Jahren nahmen die Verschreibungen um leichte 0,3 Prozent zu, bei Älteren zwischen zwölf und 17 Jahren um 0,8 Prozent. Am häufigsten ging es dabei um Antidepressiva und Medikamente gegen ADHS.

Dabei zeigten sich den TK-Daten zufolge große Unterschiede: Jungen wurden dreimal so oft Mittel gegen ADHS verschrieben wie Mädchen. Bei Antidepressiva ist es umgekehrt, sie werden Mädchen mehr als zweieinhalb Mal so oft verschrieben wie Jungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Februar 2022 um 12:10 Uhr.