Ein Arzt impft in einer Hausarztpraxis eine Patientin gegen das Coronavirus. | dpa

Corona-Impfkampagne Wieder mehr Impfungen als in Vorwoche

Stand: 27.05.2021 11:57 Uhr

Nach Angaben des RKI wurden gestern rund 43.000 mehr Menschen geimpft als in der Vorwoche. In der Debatte über eine Impfempfehlung für Kinder fordert der Chef des NRW-Hausärzteverbands, Erwachsene weiter zu priorisieren.

Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen hat im Vergleich zur Vorwoche wieder leicht zugenommen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erhielten gestern 1,1 Millionen Menschen eine Spritze, rund 43.000 mehr als sieben Tage zuvor. 678.826 davon bekamen ihren vollen Impfschutz.

In den vergangenen Tagen hatten die täglichen Impfzahlen im Vorwochen-Vergleich wiederholt niedriger gelegen. Auf Twitter gab Gesundheitsminister Jens Spahn an, dass in den Arztpraxen zudem erstmalig der Impfstoff von Johnson & Johnson verimpft wurde.

Insgesamt sind den Angaben zufolge bisher 41,5 Prozent (34,5 Millionen) der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 15,7 Prozent (13,1 Millionen) vollständig.

"Impfung von Kindern nachrangig"

In der Debatte um eine allgemeine Corona-Impfung für Kinder sprach sich der Chef des Hausärzteverbands in Nordrhein-Westfalen, Oliver Funken, für eine Beibehaltung der Priorisierung aus. "BioNTech-Impfstoff wird auch den Sommer über knapp sein, und die Verteilung des Impfstoffs sollte erstmal nach medizinischen Kriterien erfolgen", sagte er der "Rheinischen Post". "Das Impfen der Erwachsenen gegen das Coronavirus muss weiterhin oberste Priorität haben."

Die bisherigen Studienergebnisse seien eindeutig: Kinder und Jugendliche würden keine schweren Verläufe bei einer Corona-Erkrankung aufweisen. Die Nebenwirkungsrate bei Kindern sei noch nicht abschließend bewertet. "Die Impfung von Kindern und Jugendlichen ist daher nachrangig von Bedeutung", so Funken.

STIKO will Bewertung zeitnah abschließen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) gab derweil bekannt, ihre Bewertung in der Frage der Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zeitnah abzuschließen. Das Gremium habe vor anderthalb Wochen damit angefangen und müsse sich sehr beeilen, um "vielleicht auch in den nächsten anderthalb Wochen" fertig zu werden, sagte STIKO-Mitglied Martin Terhardt dem RBB. "Die Entscheidung steht noch nicht fest."

Eine Variante könne aber durchaus eine Impfempfehlung nur für chronisch Kranke sein, bekräftigte der Berliner Kinder- und Jugendarzt. "Die Situation ist schwierig. Und in so einer schwierigen Situation muss man nicht immer besonders heldenhaft sein mit seiner Entscheidung. Da kann man manchmal auch Vorsicht walten lassen", sagte Terhardt. Das Verhältnis zwischen Risiko der Impfung und Risiko der Erkrankung müsse gut gegeneinander abgewogen werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Mai 2021 um 12:00 Uhr.