Christoph Krupp | picture alliance / dpa

Corona-Pandemie Regierung beruft Impfstoff-Beauftragten

Stand: 19.02.2021 10:26 Uhr

Die Versorgung mit Impfstoff läuft schleppend. Nun soll ein Sonderbeauftragter der Bundesregierung helfen, die Produktion zu steigern und Investitionen zu anzuregen. Christoph Krupp ist ein Vertrauter des Finanzministers.

Die Bundesregierung hat einen Sonderbeauftragten für die Produktion von Corona-Impfstoff berufen. Der neue Beauftragte soll einen Sonderstab für mehr Investitionen in der Impfstoffproduktion leiten, Ansprechpartner für die Hersteller sein und helfen, die Produktion zu steigern. Das bestätigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Morgen in Berlin. Zuvor hatte bereits der "Spiegel" über den Beauftragten berichtet.

Unternehmen zu Investitionen bewegen

Ziel sei es, die stockende Impfstoff-Versorgung Deutschlands zu beschleunigen. Zu den Aufgaben zählt demnach, dafür zu sorgen, dass die Unternehmen genügend Rohstoffe bekommen und die Lieferketten nicht ins Stocken geraten. Zudem sollen die Unternehmen zu Investitionen bewegt werden, so Spahn. Dafür brauche man auch ein Förderprogramm. Es gehe auch darum, Reserve-Kapazitäten für die nächste Pandemie aufzubauen und Deutschland zu einem führenden Impfstoffproduktionsort auszubauen.

Den neu geschaffenen Posten wird Christoph Krupp übernehmen, bislang Sprecher des Vorstands der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Von dieser Tätigkeit werde er für die Dauer der befristeten Aufgabe freigestellt. Das Amt des Sonderbeauftragten soll er möglichst schon zum 1. März antreten. "Ich freue mich, dass wir Herrn Krupp für diesen Posten gewinnen konnten - er bringt viel Erfahrung mit", sagte Spahn.

Scholz' Vertrauter aus Hamburger Tagen

Krupp ist langjähriger Vertrauter und Weggefährte von Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz. Zu dessen Zeit als Erster Bürgermeister Hamburgs leitete Krupp dort die Senatskanzlei. 

Der Vorschlag für einen Impfstoff-Beauftragten geht dem Bericht zufolge auf Scholz zurück. Vergangene Woche habe er im Corona-Kabinett Krupp dafür ins Gespräch gebracht, berichtete der "Spiegel". Insgesamt habe man seit sechs Wochen über die Schaffung einer solchen Stelle zwischen Kanzleramt, Wirtschafts- und Finanzministerium diskutiert, so Spahn. Krupp wird Wirtschaftsminister Peter Altmaier unterstellt sein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2021 um 10:00 Uhr.