Anja Karliczek | Bildquelle: Markus Schreiber/POOL/EPA-EFE/Sh

Karliczek zur Corona-Pandemie "Impfung ab Mitte nächsten Jahres"

Stand: 08.10.2020 13:07 Uhr

"Die Forschung ist im Moment gigantisch schnell", lobt Ministerin Karliszek. Sie erwartet, dass Mitte 2021 Corona-Impfstoffe zur Verfügung stehen könnten. Drei deutsche Firmen sind dabei im Rennen.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erwartet für Mitte kommenden Jahres einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Sie gehe davon aus, dass dann "breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können", sagte Karliczek auf einer Pressekonferenz zum Stand der Impfstoff-Entwicklung.

Die CDU-Ministerin hält es sogar für möglich, dass ein Impfstoff bereits früher gefunden wird. "Sollte es schneller gehen, wäre es natürlich toll", sagte sie. "Die Forschung ist im Moment gigantisch schnell."

Drei deutsche Firmen erhalten Förderung

Die Ministerin dankte den an der Impfstoffentwicklung beteiligten Wissenschaftlern. Nie zuvor hätten so viele Forscher so intensiv daran gearbeitet, eine Pandemie einzudämmen. Karliczek verwies allerdings auch darauf, dass bei der Impfstoffentwicklung nach wie vor wichtige Fragen offen seien - etwa, wie lange ein Impfschutz anhalte und wie oft geimpft werden müsse. 

Karliczek informierte über das Impfstoff-Sonderprogramm ihres Ministeriums, das drei deutsche Firmen fördert. So werden Biontech (mit 375 Millionen Euro), CureVac (252 Millionen Euro) und das Dessauer Unternehmen IDT Biologika (114 Millionen Euro) mit dreistelligen Millionenbeträgen unterstützt. Sie sollen mithelfen, Impfstoffe schnell und in ausreichenden Mengen zur Verfügung zu stellen.

Unternehmen mit unterschiedlichen Technologien

"Bei der Entwicklung wollen und müssen wir mehrgleisig fahren, wenn wir gewährleisten wollen, dass Impfstoffe schnell, in ausreichenden Mengen und für verschiedene Bevölkerungsgruppen verfügbar sind", sagte Karliczek. Sie betonte, dass die drei geförderten Firmen "auf ganz unterschiedliche Technologien setzen".

Biontech erforscht zusammen mit der US-Pharmafirma Pfizer ebenso wie Curevac mRNA-Impfstoffe. Diese bestehen aus genetischem Material, der sogenannten Messenger-RNA, mit deren Hilfe die Zellen des Geimpften ein Zielprotein bilden können, welches eine körpereigene Immunantwort gegen das jeweilige Virus hervorruft. IDT Biologika hingegen entwickelt einen viralen Vektorimpfstoff. Er basiert auf einem modifizierten und für den Menschen ungefährlichen Pockenvirus.

Angesichts des rapiden Anstiegs der Neuinfektionszahlen in Deutschland rief die Ministerin dazu auf, die Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln einzuhalten. "Es ist gerade nicht die Zeit, auf Masken oder Abstand zu verzichten", sagte sie. "Tun Sie sich und uns den Gefallen, halten sie sich an die Regeln, auch wenn es vielleicht manchmal anstrengend ist und schwerfällt."

Bundesforschungsministerin rechnet weiter mit Covid Impfstoff Mitte 2021
Kilian Pfeffer, ARD Berlin
08.10.2020 18:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Oktober 2020 um 13:08 Uhr.

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