Eine Person wird in einem Impfzentrum geimpft | dpa

Corona-Verordnung Diabetiker können früher geimpft werden

Stand: 01.02.2021 18:09 Uhr

Menschen mit Diabetes und bestimmten anderen Vorerkrankungen sollen früher als bislang vorgesehen gegen Corona geimpft werden können. Nach ARD-Informationen soll die Verordnung für die Impf-Reihenfolge geändert werden.

Der Plan, wer in Deutschland wann Anrecht auf eine Corona-Impfung hat, ist wegen der diversen Probleme zwar ohnehin ziemlich durcheinander gekommen, doch die Reihenfolge an sich ist klar: Die Impfverordnung aus dem Dezember regelt, dass es bestimmte Gruppen gibt, die zuerst geimpft werden sollen.

Doch diese Verordnung soll nun überarbeitet werden - zum einen, um Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen besser berücksichtigen zu können, zum anderen, um der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) für den Impfstoff von AstraZeneca Folge zu leisten. Die STIKO hatte empfohlen, diesen dritten in der EU zugelassenen Impfstoff nur an Menschen zu verimpfen, die noch keine 65 Jahre alt sind. Damit kommt er für die meisten Menschen aus den beiden höchsten Prioritätengruppen nicht infrage.

Diabetiker könnten früher eine Impfung bekommen

Laut einem Entwurf für eine veränderte Impfverordnung, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, ergeben sich vor allem in der zweiten Prioritätengruppe deutliche Veränderungen. In diese Gruppe fallen nun unter anderem auch Diabetiker mit hohen Blutzuckerwerten und Menschen mit bestimmten Krebserkrankungen, chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen oder mit sehr starkem Übergewicht. Schwerpunkt dieser Gruppe mit "hoher Priorität" bilden aber auch weiterhin Menschen über 70.

Auch in der Gruppe mit "höchster Priorität" - also der Gruppe, in der derzeit geimpft wird - gibt es laut dem Entwurf Veränderungen, die vor allem mit den Einschränkungen beim AstraZeneca-Vakzin zu tun haben. Die beiden anderen zugelassenen Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna sollen nun innerhalb dieser Gruppe für diejenigen "reserviert" bleiben, für die das AstraZeneca-Präparat nicht infrage kommt - also vor allem für die über 80-Jährigen und für Menschen über 65, die in einer Pflegeeinrichtung wohnen.

Hinzu kommt eine - vermutlich eher kleine Gruppe - von Menschen, die 65 oder älter sind und in der Pflege, auf Intensivstationen, im Rettungsdienst oder in Notaufnahmen arbeiten. Alle jüngeren Beschäftigten in diesen Bereichen sollen nach der geänderten Verordnung künftig vorrangig mit dem Vakzin von AstraZeneca geimpft werden.

Knapp zwei Millionen in Deutschland bislang geimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte: "Im Grundsatz werden die Priorisierungsgruppen so bleiben, wie sie sind." Die Bundesregierung bekräftigte grundsätzlich das Ziel, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu machen. Voraussetzung sei allerdings, dass bei Lieferungen und Zulassungen der Impfstoffe alles wie vorgesehen laufe, wie die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz deutlich machte.

In Deutschland mit seinen rund 83 Millionen Einwohnern haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bislang knapp zwei Millionen Menschen eine erste Impfdosis bekommen. Etwa 530.000 haben auch schon die zweite Dosis bekommen, die bei den derzeit zugelassenen Vakzinen für einen vollen Impfschutz nötig ist.

Besonders hoch ist die Impfquote laut RKI in Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, wo jeweils 3,5 Prozent der Menschen eine erste Impfung bekommen habe. Schlusslicht mit 1,9 Prozent ist Niedersachsen.

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KOMMENTARE

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Bender Rodriguez 01.02.2021 • 20:45 Uhr

Schneegans

Dicke zum Abnehmen zu zwingen ist rassistisch? Äußerst krude Auffassung. Dann ist die Forderung der Zuzahlung beim Zahnarzt bei Karies ja auch rassistisch. Zum zähneputzen zwingen? Um Gottes willen.