"Hungerstreik" steht in Großbuchstaben auf einem Schild im Camp der Klimaaktivisten. | dpa

"Hungerstreik fürs Klima" Aktivisten setzen Kanzlerkandidaten Ultimatum

Stand: 20.09.2021 12:07 Uhr

Seit Ende August sind einige Aktivisten in einen Hungerstreik getreten, um noch vor der Wahl ein öffentliches Gespräch mit den Kanzlerkandidaten zu erhalten - vergeblich. Nun haben sie Laschet, Baerbock und Scholz ein Ultimatum gesetzt.

Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten im Hungerstreik in Berlin haben der Politik ein neues Ultimatum für Gespräche gesetzt - manche von ihnen wollen bei Nichtbeachtung auch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Sie riefen die Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, sowie die Spitzenkandidaten von CDU und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, bis Donnerstag um 19 Uhr erneut zu einem Gespräch auf, wie die Gruppe mitteilte.

Sollten die Politiker den Termin nicht wahrnehmen, wollen die Hungerstreikenden unterschiedlich reagieren. Einige der Aktivistinnen und Aktivisten, die inzwischen seit mehr als drei Wochen hungern, haben für diesen Fall damit gedroht, ihre Aktion zu verschärfen und auch keine Flüssigkeit mehr zu sich zu nehmen.

Kanzlerkandidaten fordern Ende des Hungerstreiks

Der andere Teil der Gruppe will diesem "trockenen Hungerstreik" nicht folgen. "Sollten die drei Kanzlerkandidaten selbst nach fast vier Wochen Hungerstreik nicht einmal unserer Forderung nach Kommunikation nachkommen, dann steht für uns das Ergebnis fest: Die Politiker sind durchgefallen", hieß es. Unklar blieb zunächst, ob sie dennoch den Hungerstreik in der bisherigen Form fortsetzen - oder die Aktion ganz beenden wollen.

Alle drei Kanzlerkandidaten hatten die Hungernden aufgefordert, ihre Protestaktion abzubrechen. Dann seien sie zu Diskussionen bereit, allerdings nach der Bundestagswahl, einzeln und nicht öffentlich.

Vier weitere Aktivisten treten in Hungerstreik

Eine sechsköpfige Gruppe junger Erwachsener hatte am 30. August vor dem Reichstagsgebäude mit einem unbefristeten Hungerstreik begonnen, vier weitere haben sich ihnen nach Angaben der Gruppe heute angeschlossen. Ihr Ziel ist zum einen ein öffentliches Gespräch mit den drei Kanzlerkandidaten über den Klimawandel noch vor der Bundestagswahl. Zum anderen verlangen sie die Einsetzung eines Bürgerrats, der der Politik Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz vorgeben soll.

Ein 27-Jähriger musste bereits zweimal im Krankenhaus behandelt werden, will den Hungerstreik aber fortsetzen. Zwei weitere Teilnehmerinnen brachen am Wochenende aus gesundheitlichen Gründen ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. September 2021 um 14:10 Uhr in der Sendung "Deutschland heute".