Ein Fachwerkhaus in Zell (Rheinland-Pfalz) steht im Hochwasser der Mosel

Hochwasser in Rheinland-Pfalz Sperren in Zell an der Mosel halten Stand

Stand: 05.02.2020 10:34 Uhr

In der Region Koblenz müssen die Menschen wegen des vielen Wassers auch am Donnerstag zwar noch mit Einschränkungen rechnen. Insgesamt sinken die Pegelstände von Mosel und Rhein allerdings bereits.

Am Mittelrhein hatte der Pegelstand am Donnerstagmorgen seinen Höhepunkt von 6,68 Metern, also etwa vier Meter über dem Normalwert, erreicht. Die Schiffe dürfen seit Mittwoch nur noch höchstens 20 Stundenkilometer und in der Mitte der Fahrrinne fahren. Im Laufe des Donnerstags erwartet das Meldezentrum am gesamten Mittelrhein fallende Wasserstände.

Die Koblenzer Feuerwehr baute bereits am Dienstag eine mobile Hochwasserschutzwand auf. Das Peter-Altmeier-Ufer wurde überschwemmt und gesperrt. Auch in Lahnstein wurden laut Stadtverwaltung vorsorglich mit dem Bau von Hochwasserstegen begonnen.

Auch Stabilisierung der Lage an der Mosel

Die Innenstadt von Cochem steht derzeit rund einen halben Meter unter Wasser, sagte ein Stadtsprecher. Auch die Bundesstraße 49, die durch den Ort führt, sei noch überflutet und daher gesperrt. Sobald das Wasser dort abgeflossen sei, müsse die Straße gereinigt werden. Das könne noch Zeit in Anspruch nehmen. "Wenn sich das Wetter nicht ändert, ist am Wochenende wieder alles so, als wäre nichts passiert", sagte der Sprecher.

Zell an der Mosel entgeht Überschwemmung
Die Altstadt von Zell an der Mosel ist am Mittwoch haarscharf an einer Überflutung vorbeigeschlittert. Weniger Glück hatte Cochem, wo Massermassen über die Ufer getreten sind.

Teile der B42 und B49 sind wegen des Hochwassers an Rhein und Mosel allerdings noch gesperrt. Auch mehrere kleinere Straßen seien nach wie vor von Sperrungen betroffen, hieß es von der Polizei am frühen Morgen. Es gab zwar keine Zwischenfälle, jedoch massive Verkehrsbehinderungen, zum Beispiel rund um Koblenz.

Die aktuellen Pegelstände der Mosel finden Sie auf der Videotext-Seite 802

Erstmal kein starker Regen mehr

Das Hochwassermeldezentrum sagte für Freitag trockenes Wetter voraus. Am Samstag könne es nördlich der Mosel leicht regnen. "Ergiebigere und damit abflussrelevante Niederschläge sind im Rheineinzugsgebiet erst zum Sonntag hin zu erwarten", hieß es weiter.

Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für die kommenden Tage ruhiges Wetter eher ohne Regen voraus. "Wir haben ein Hochdruckgebiet über ganz Deutschland", sagte ein Meteorologe am Donnerstagmorgen. "Daher sollte es vor Samstag keinen Regen geben." Dadurch wäre genug Zeit, dass die Pegelstände wieder sinken können. Zu Beginn der kommenden Woche sei allerdings wieder "unbeständiges und sehr mildes Wetter mit hohem Sturm- und Hochwasserpotenzial" in Deutschland zu erwarten.

Hochwasser am Rhein
Hochwasser am Rhein

Teilweise starke Überschwemmungen

Besonders der Kreis Trier-Saarburg war in den vergangen Tagen vom Hochwasser betroffen. In der Gemeinde Aach, die in der Nacht zum Dienstag überschwemmt worden war, hatte sich die Lage bereits am Mittwoch normalisiert. Der Bach habe am Vorabend abfließen können: Der Ort sei wieder frei von Wasser, sagte Ortsbürgermeisterin Claudia Thielen.

Und auch in anderen Orten sorgte das Hochwasser an der Mosel für Überschwemmungen: Schon am Dienstag stand das Wasser unter anderem in Aach (Kreis Trier-Saarburg), Kues und Zeltingen (Kreis Bernkastel-Wittlich) in den Straßen und flutete Keller. "Wir gehen davon aus, dass insgesamt mehrere hundert Gebäude entlang der Mosel betroffen sein werden", sagte ein Sprecher der Polizei in Bernkastel-Kues.

In etlichen Ortschaften wurden mobile Hochwasserschutzmauern montiert, beispielsweise in Oberbillig, Kesten und Lieser. Viele hundert Einsatzkräfte waren im Einsatz, um Straßen zu sperren, Autos abzuschleppen oder Gebäude abzusichern.

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Dorf überschwemmt und Straßen gesperrt

Überflutungen in Rheinland-Pfalz

In der Nacht zum Dienstag wurde ein Teil von Aach (Gemeinde Trier-Land) von einem Bach überschwemmt. Die Feuerwehr ist am frühen Morgen immer noch mit dem Abpumpen des Wassers beschäftigt.

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