Olaf Scholz und Arnim Laschet sprechen in Stolberg mit Einsatzkräften. | imago images/photothek

Nach der Hochwasserkatastrophe Laschet und Scholz besuchen Flutgebiete in NRW

Stand: 03.08.2021 13:03 Uhr

Fast drei Wochen nach dem Hochwasser ist die Zahl der Toten im Ahrtal auf 139 gestiegen. Es gibt immer noch Vermisste. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet besucht mit Finanzminister Scholz einen weiteren schwer getroffenen Ort.

Bei den verheerenden Unwettern im Westen Deutschlands vor knapp drei Wochen wurde die Region Ahrweiler besonders hart getroffen. Die Zahl der Toten dort ist nun auf 139 gestiegen. Nach Angaben des Landkreises konnten bisher 106 der Opfer identifiziert werden. Weitere 26 Menschen gelten immer noch als vermisst.

Insgesamt meldete der Kreis bisher 766 Verletzte. In der Region sind derzeit rund 5000 Kräfte von Feuerwehr, THW, Polizei, Bundeswehr sowie Hilfsorganisationen im Einsatz.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat erneut starke Regenfälle für die Region vorhergesagt, sprach aber keine neue Unwetterwarnung aus. In sechs Stunden könne es bis zu 35 Liter pro Quadratmeter regnen, teilte der DWD mit.

Scholz und Laschet in Stolberg

In die Flutregion von NRW kommen heute die beiden Kanzlerkandidaten, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Gemeinsam wollen sie sich in Stolberg bei Aachen ein Bild von der Lage und den Aufräumarbeiten machen, wie die nordrhein-westfälische Staatskanzlei mitteilte. Zudem sind Treffen mit Unternehmern geplant, die besonders von der Hochwasserkatastrophe betroffen sind.

Gestern war Laschet bei einem Besuch im Hochwassergebiet von Swisttal bei Bonn von Leidtragenden der Flutkatastrophe massiv kritisiert worden. Beim Gang des Kanzlerkandidaten durch die zerstörten Straßen entlud sich der Ärger vieler Anwohner über immer noch fehlende Hilfe.

In Stolberg will Scholz den Angaben nach mit Unternehmern über eine mögliche Unterstützung des Bundes sprechen. Scholz hatte vor mehr als einer Woche gesagt, ein in der Corona-Krise beschlossener Härtefallfonds könnte erweitert werden für Firmen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Anschließend ist ein Rundgang durch die vom Hochwasser betroffenen Gebiete geplant. Danach besucht Scholz laut Bundesfinanzministerium Schleiden in der Eifel. Gestern war bereits Laschet in dem Ort gewesen.

Brinkhaus: "Zivile Reserve" und schnelle Soforthilfen

Unterdessen hat der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), eine "zivile Reserve" für den Katastrophenschutz vorgeschlagen. Damit könnten freiwillige Helfer durch eine zentrale Erfassung bundesweit besser organisiert werden, sagte Brinkhaus den Zeitungen der Ippen-Gruppe Hessen. "Hätten wir eine Datenbank mit diesen Menschen, die zwar nicht für die Hilfsorganisationen arbeiten, aber trotzdem anpacken wollen, dann hätten wir eine zivile Reserve und könnten im Ernstfall auf viele Leute mit verschiedenen Fähigkeiten zurückgreifen."

Brinkhaus forderte, die den Flutopfern zugesagten Soforthilfen schnell auszuzahlen. "Als zweites müssen Brücken, Straßen und die ganze Infrastruktur wieder aufgebaut werden", sagte er. Dafür sowie für den Wiederaufbau von Häusern und Unternehmen werde eine weitere beträchtliche Summe nötig sein. "Wir arbeiten in Berlin gerade daran, dieses Geld bereitzustellen", sagte Brinkhaus. Eine genaue Summe nannte er nicht. Der Wiederaufbau werde ein Marathonlauf sein.

Altmaier: schnelle Hilfe von Bund-Länder-Konferenz

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet schnelle und entschlossene Hilfe für den Wiederaufbau der Region. Diese erhofft er sich von der Bund-Länder-Konferenz kommende Woche. Die für den 10. August geplante Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle eine überzeugende Antwort auf die Notlage der Menschen geben, sagte Altmaier der "Rheinischen Post".

Nordrhein-Westfalen hatte zur Soforthilfe nach der Unwetterkatastrophe 200 Millionen Euro mobilisiert. Davon seien den Kommunen bisher 140 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden, teilte das nordrhein-westfälische Innenministerium der "Rheinischen Post" mit. Die Soforthilfen seien zwar ein wichtiger Schritt, "aber sie können nur die erste Not lindern. Wir müssen jetzt schnell die finanziellen Mittel für den Wiederaufbau auf den Weg bringen", sagte Altmaier der Zeitung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. August 2021 um 13:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Kaneel 03.08.2021 • 21:30 Uhr

20:32 von Anna-Elisabeth @schabernack

Auch an Sie noch ein Danke für den letzten Kommentar in der vergangenen Nacht. Über die "Tastatur-Torte" von Kaneel muss ich immer noch schmunzeln. Das freut mich! :-)