Die Sonne scheint am blauen Himmel. | dpa

Mehr als 30 Grad Am Wochenende wird es heiß

Stand: 15.06.2022 16:59 Uhr

Der Sommer meldet sich zurück - und wie: Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Wochenende mit Temperaturen jenseits von 30 Grad. In Frankreich soll es sogar noch wärmer werden, während Spanien bereits unter einer Hitzewelle leidet.

Ein Hochdruckgebiet sorgt in den kommenden Tagen für hochsommerliches Wetter in Deutschland. "Dabei werden von Süden und Südwesten zunehmend warme bis heiße Luftmassen herangeführt", sagte Jens Bonewitz von der Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die höchsten Temperaturen werden demnach am Wochenende erwartet. Zudem sei dann mit Gewittern zu rechnen.

Am Donnerstag ziehen dem Meteorologen zufolge im Norden und im Osten teils mehr Wolken auf, einzelne Schauer und Gewitter sind von Bayern bis Sachsen möglich. Die Höchstwerte liegen in der Nordhälfte bei 19 bis 26 Grad, in der Südhälfte bei 26 bis 31 Grad. Am Freitag kommen laut DWD nur am Alpenrand einzelne Gewitter auf, ansonsten bleibt es trocken und warm bis heiß. Die Temperaturen liegen im Norden bei maximal 23 bis 27 Grad, ansonsten bei 27 bis 32 Grad.

Mehr als 36 Grad am Wochenende

"Am Wochenende wird es im Westen und Südwesten mit teils über 36 Grad so richtig heiß", sagte Bonewitz. Im Rest des Landes werden Höchstwerte von 27 bis 34 Grad erwartet, an der See 19 bis 23 Grad. Im Nordwesten und Westen könnte es zudem kräftige Gewitter geben, wenngleich die Vorhersage noch nicht sicher sei.

Am Sonntag könnten sich die teils starken Gewitter dann Richtung Mitte und Südosten des Landes verlagern. Richtung Nordwesten soll es sich dann bei schauerartigem Regen abkühlen, während es in der Südosthälfte bei Höchstwerten von 32 bis 35 Grad heiß bleibt.

Erneut mehr als 40 Grad in Spanien

In Spanien litten die Menschen bereits den fünften Tag in Folge unter einer Hitzewelle. In Teilen des Landes sollten die Temperaturen heute die 40-Grad-Marke überschreiten. Für neun der 17 Regionen des Landes galt die zweithöchste Hitze-Alarmstufe orange, wie die spanische Meteorologiebehörde Aemet mitteilte. Für die Stadt Badajoz im Südwesten des Landes waren 41 Grad vorhergesagt, im andalusischen Sevilla wurden immerhin 40 Grad erwartet und in der Hauptstadt Madrid 39 Grad.

Die Behörden empfahlen den Menschen, viel Wasser zu trinken, körperliche Aktivitäten einzuschränken und sich möglichst an kühlen Orten aufzuhalten. Während der aktuellen Hitzewelle, der zweiten in weniger als einem Monat, sind die Temperaturen zwischen sieben und zwölf Grad höher als in dieser Jahreszeit üblich, wie Aemet-Sprecher Ruben del Campo sagte. "Das ist eine sehr ungewöhnliche Lage. Diese Temperaturen sind nicht normal für Mitte Juni", hob der Sprecher hervor.

Spanien war bereits Ende Mai von einer Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 15 Grad über dem saisonalen Durchschnitt heimgesucht worden. Wissenschaftlern zufolge werden Hitzewellen durch den Klimawandel wahrscheinlicher. Im Zuge der Erderwärmung ist außerdem damit zu rechnen, dass sie intensiver und langwieriger werden.

Für das Wochenende wird mit einer leichten Abkühlung in Spanien gerechnet. Die heißen Luftmassen sollten dann in den Südwesten Frankreichs ziehen. Dort sollen die Temperaturen laut Wetterdienst Météo France ebenfalls die 40-Grad-Marke überschreiten. 

Französische Regierung ruft zu Solidarität auf

Die französische Regierung rief angesichts der dort erwarteten Hitzewelle zu "Achtsamkeit und Solidarität" mit schwächeren Mitbürgern auf. Die französische Premierministerin Elisabeth Borne versicherte, sie sei entschlossen, "den Schutz der Schwächsten zu garantieren". Die Regierung habe bereits Vorkehrungen zum Schutz von Obdachlosen und alten Menschen getroffen, sagte Regierungssprecherin Olivia Grégoire. Sie kündigte ein Programm zur Begrünung von Innenstädten an, für das 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. 

"Die Hitzewelle zeigt deutlich, welchen Einfluss der Klimawandel bereits auf unseren Alltag hat", sagte Grégoire. Sie verwies auf die Berichte des Weltklimarats, die vor einer Zunahme extremer Wetterphänomene warnen. Es könnte die früheste Hitzewelle im Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich werden.

Mehrere französische Wasserversorger riefen zum Wassersparen auf. Sie appellierten zudem an den Staat, die Versorgung zu modernisieren, etwa durch besseres Aufspüren von Lecks in Leitungen und durch saisonabhängige Tarife. Nötig seien auch ein besserer Schutz von Feuchtgebieten und der Kampf gegen die Bodenversiegelung. Derzeit gelten in einem guten Drittel der 101 Départements Frankreichs bereits Beschränkungen. Je nach Warnstufe wird das Bewässern von Gärten und Feldern rationiert; Autos dürfen nicht mehr gewaschen und private Pools nicht mehr gefüllt werden.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. Juni 2022 um 22:15 Uhr.