Thermometer | Bildquelle: AFP

Höchsttemperaturen im Juli Rekordhitze, aber kein Rekordmonat

Stand: 30.07.2019 16:30 Uhr

Zwar hat der fast vergangene Monat mehrere Hitzerekorde geknackt - der heißeste Juli der Geschichte war er laut dem Deutschen Wetterdienst jedoch nicht. Die Trockenheit erreichte aber "katastrophale Ausmaße".

Trotz gleich mehrerer Hitzerekorde ist der Juli in Sachen Temperatur kein außergewöhnlich heißer Monat gewesen. Im Schnitt lagen die Temperaturen zwar rund zwei Grad über dem vieljährigen Mittel, dies sei aber nicht rekordverdächtig, sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. In anderen Jahren habe es im Juli noch höhere Durchschnittswerte gegeben, etwa 2003 oder 2015.

Die Durchschnittstemperatur des Monats betrug 18,9 Grad - 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung 0,9 Grad.

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Hitze in Deutschland

Thermometer zeigt 42 Grad an

In der prallen Sonne zeigt das Thermometer, hier vor dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte, fast 42 Grad an. | Bildquelle: dpa

Der Mittelwert wurde durch die relativ niedrigen Temperaturen in der ersten Monatshälfte gedrückt: Anfang Juli konnte es in den Nächten durchaus noch frisch werden. Am tiefsten sank das Quecksilber dabei in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge: Am 4. Juli trat dort bei einem Minimum von 1,5 Grad sogar Bodenfrost auf.

Trotzdem gab es mehrere Rekorde: "Drei Tage in Folge 40 Grad, dabei 25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr - das geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein", sagte Friedrich. Der Temperatur-Höchstwert von 42,6 Grad in Lingen im Emsland lag mehr als zwei Grad über dem bisherigen Rekord. "Von 1881 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt zehn Mal 40 Grad erreicht oder überschritten", sagt Friedrich.

Gemessene Höchsttemperaturen (vorläufige DWD-Werte)
OrtGrad Celsius
Lingen (Niedersachsen)42,6 (bestätigt)
Tönisvorst (NRW)41,2
Duisburg-Baerl41,2
Köln-Stammheim41,1
Bonn-Roleber40,9
Kleve (NRW)40,9
Düsseldorf40,7
Weilerswist-Lommersum (NRW)40,6
Trier-Petrisberg40,6
Geilenkirchen (NRW)40,6
Nörvenich (NRW)40,6
Waltrop-Abdinghof (NRW)40,5
Bad Neuenahr-Ahrweiler (RLP)40,4
Kahl/Main (Bayern)40,4
Andernach (RLP)40,4

Gefahren durch anhaltende Trockenheit

Die Trockenheit erreichte im Juli laut DWD "katastrophale Ausmaße". Die Entwicklung war demnach die Folge eines anhaltenden großen Niederschlagsdefizits aus dem sehr trockenen Vorjahr sowie der Hitzewelle. Insgesamt fiel bundesweit im Juli mit 55 Litern pro Quadratmeter rund ein Drittel weniger Niederschlag als üblich. Normalerweise sind es dem DWD zufolge 78 Liter. "In zahlreichen Orten, verteilt in ganz Deutschland, fiel lediglich ein Viertel oder gar Fünftel des Solls", sagte Friedrich.

Niedriger Wasserstand der Elbe in Dresden | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX
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Bereits im vorigen Jahr war es in Deutschland viel zu trocken geblieben. Die Natur wird durch die extrem lang anhaltende Dürre zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Inzwischen sind Experten und Politik etwa durch gravierende Waldschäden alarmiert.

Über dieses Thema berichtete der ARD Brennpunkt am 25. Juli 2019 um 20:15 Uhr.

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