Heizpilze in einem Biergarten (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER

Gastro-Verband Dehoga Heizstrahler sollen Umsätze retten

Stand: 21.08.2020 13:57 Uhr

Angesichts der Corona-Krise fürchten Gastronomen in den kalten Monaten erneut um ihre Umsätze. Sie fordern deshalb, dass die umweltschädlichen Heizpilze im Außenbereich wieder erlaubt werden. So könnten mehr Gäste bedient werden. Der BUND ist gegen die "Klimasauerei".

Deutsche Gastronomen fordern die bundesweite Zulassung der teils verbotenen Heizpilze, um im Herbst und Winter mehr Gäste in ihren Außenbereichen bedienen zu können.

"Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, dem "Tagesspiegel". "Wirte, die keine andere Möglichkeit haben, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen", sagte Hartges. Als ein Argument für den Einsatz gilt, dass Wirte ihre Gäste dann auch im Herbst und Winter draußen platzieren können und sich Abstandsregeln besser einhalten lassen.

Hoher Ausstoß an Kohlendioxid

Vielerorts sind die sogenannten Heizpilze aus Umweltschutzgründen verboten. Die Strahler haben einen hohen Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxd. Der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Marcel Kling, sagte: "Heizpilze sind umweltpolitisch problematisch, einen verantwortlichen Einsatz in diesem Ausnahmejahr 2020 sollten wir aber zulassen."

Auch die Grünen halten eine Ausnahme im kommenden Winter für vertretbar: "Aus klima- und umweltpolitischen Gründen lehnen wir in Zeiten, in denen man im Restaurant oder Café im Winter ganz normal drinnen sitzen kann, den Betrieb von Heizpilzen im Außenbereich ab", sagte Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter. "In diesem Winter ist das alles anders und daher wäre ich in dieser speziellen Ausnahmesituation und mit Blick auf den Gesundheitsschutz dafür, Verbote zeitlich befristet auszusetzen."

Zu prüfen bleibe aber, welche Heiztechnik die geeignetste ist, sagte Hofreiter. "Natürlich wäre wünschenswert, dass primär andere Optionen wie Überdachungen, Zelte und Decken zum Zuge kommen."

BUND: Heizpilze sind "Klimasauerei"

Die Umweltorganisation BUND lehnt die Rückkehr der Heizpilze entschieden ab. Heizpilze seien eine "Klimasauerei", sagte BUND-Energieexpertin Irmela Colaço. Grundsätzlich dürften klimaschonendere Standards mit Verweis auf die Corona-Krise nicht zurückgefahren werden, forderte Colaço: "Wir dürfen nicht die Corona-Krise gegen die Klima-Krise ausspielen."

Ein einziger Heizpilz könne in einer Saison so viel Kohlendioxid produzieren wie ein Kleinwagen im Jahr. Gäste von Restaurants und Kneipen, die draußen sitzen möchten, sollten sich lieber eine Decke umlegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2020 um 06:00 Uhr.

Darstellung: