Einigung auf Entschädigung Millionen-Fonds für DDR-Heimkinder

Stand: 06.03.2019 12:01 Uhr

Der Bund und die ostdeutschen Länder haben sich auf Eckpunkte zur Entschädigung von DDR-Heimkindern verständigt. Dazu werde ein Fonds über 40 Millionen Euro eingerichtet, sagte Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) in Erfurt. Dieser werde je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert und habe eine Laufzeit von fünf Jahren. Auf Thüringen entfallen knapp 3,3 Millionen Euro. Anträge können ab Juli gestellt werden.

Geschlossener Jugendwerkhof Torgau (Archivbild)
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Geschlossener Jugendwerkhof Torgau (Archivbild) - hier wurden Jugendiche in Isolations- und Dunkelzellen misshandelt.

Mit dem Geld sollen beispielsweise Medizin- und Pflegeleistungen finanziert werden. Dazu zählen etwa die psychologische Betreuung erlittener Traumatisierungen, aber auch erforderliche Behandlungen, etwa durch Vernachlässigungen der Zahngesundheit. Zudem können Heimbewohner Einmalzahlungen für ihre damalige Arbeitsleistung erhalten. Damit sollen die oftmals nicht gezahlten Sozialbeiträge abgegolten werden. In den Fonds soll je nach Bedarf jährlich eingezahlt werden.

Kirchen zahlen nicht ein

Eine der Schwierigkeiten in den Verhandlungen sei es etwa gewesen, sich auf die Ausstattung zu einigen, da anders als beim Fonds für westdeutsche Heimkinder die Kirchen nach gegenwärtigem Stand nicht einzahlen werden, sagte Taubert. In Thüringen soll zudem die Beratung für Betroffene ausgebaut werden. Derzeit sei dafür eine Stelle bei der Caritas eingeplant. Künftig sollen es drei sein.

DDR-Umerziehungslager: Jugendwerkhof in Torgau (02.01.2012)
Diese Maschinerie war nur EINES der Einschüchterungs-Instrumente des DDR-Regimes. Ein weiteres, speziell für Jugendliche, waren Einrichtungen, die den verführerisch harmlosen Namen „Jugendwerkhof" trugen. Der berüchtigste war der Jugendwerkhof in Torgau, ein Umerziehungslager, das nichts anderes als ein Gefängnis war. In Torgau wurden Seelen oft für ein Leben geschunden. Und die dramatischen Folgen reichen bis in die nächste Generation hinein; die Kinder der Opfer leiden oft nicht minder als die gepeinigten Eltern. Paul Pietraß hat eine junge Frau begleitet, die zum ersten Mal in jene Katakomben hinabstieg, die für ihre Mutter die Hölle bedeuteten.

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Taubert betonte, es sei wichtig, die Beratungsstellen unabhängig von den Anlaufstellen für SED-Opfer zu führen. Als erstes Bundesland hatte Thüringen Taubert zufolge im März 2010 eine entsprechende Stelle eingerichtet. Inzwischen hätten sich dort mehr als 500 Betroffene aus allen neuen Ländern gemeldet. Taubert schätzte die Zahl der DDR-Heimkinder auf etwa 500.000. Allerdings werden nicht alle einen Antrag auf Zahlung stellen.

Wegen der vielfach fehlenden Akten sei die Zahl der Kinderheime in der DDR nicht mehr vollständig zu ermitteln. Allein für Thüringen rechnet Taubert mit mindestens zehn sogenannten Jugendwerkhöfen für besonders auffällige 14- bis 18-jährige Jugendliche.

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