Hubertus Heil | dpa

Mehrkosten durch Corona Heil will Bedürftige unterstützen

Stand: 22.01.2021 13:28 Uhr

FFP2-Masken sind deutlich teurer als andere Masken - für viele Bedürftige zu teuer. Sozialminister Heil strebt auch deswegen einen Corona-Zuschuss an. Mit einem ähnlichen Vorstoß war er im Sommer noch gescheitert.

Sozialminister Hubertus Heil will Bedürftige in der Corona-Krise stärker unterstützen. Für sie bedeuteten die Corona-Maßnahmen "auch zusätzliche soziale Sorgen im Alltag", sagte der SPD-Politiker. Ausgaben etwa für die jetzt in Bussen, Bahnen und Supermärkten vorgeschriebenen besseren Schutzmasken seien für viele ein finanzieller Kraftakt. Heil will Grundsicherungsempfängern daher einen Corona-Zuschuss zahlen und prüfen, ob man sie mit Masken versorgen kann. Zuerst hatte die "Rheinische Post" über die Pläne berichtet.

Die Höhe des Zuschusses wolle er in der Bundesregierung beraten, sagte Heil weiter. Im Sommer war ein ähnlicher Vorschlag in der Koalition ablehnt worden - nun seien die Voraussetzungen aber anders, so Heil. Bund und Länder seien auch dafür verantwortlich, dass die Versorgung mit FFP2-Masken und OP-Masken gesichert sei. Es sollten Bezugsscheine für Apotheken an Empfänger von Grundsicherung ausgestellt werden, wie es bereits für ältere und vorerkrankte Menschen gemacht wurde.

Sozialverbände schlagen Alarm

Auch Sozialverbände forderten finanzielle Unterstützung. "Es kann nicht sein, dass Menschen, die bereits jetzt jeden Tag schauen müssen, wie sie etwas zu essen auf den Tisch bekommen, zwingend notwendige Schutzausrüstung aus der eigenen Tasche finanzieren müssen", sagte der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, der Nachrichtenagentur dpa. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, forderte 100 Euro sofort für Grundsicherungsempfänger, damit sie sich FFP2-Masken leisten können.

Linkspartei-Chefin Katja Kipping begrüßte Heils Vorstoß, mahnte aber zur Eile. Die Linke habe schon vor einem Dreivierteljahr einen Corona-Zuschlag gefordert - auch um Kosten für Schulunterricht zu Hause, etwa für einen Internetanschluss, Drucker oder höheren Stromverbrauch, auszugleichen.

Bremen verteilt Masken

Bremens Landesregierung erklärte, die meisten Einwohnerinnen und Einwohner sollten in den kommenden Wochen kostenlos jeweils fünf FFP2-Masken bekommen. Das gelte für Menschen im Alter zwischen 15 und 59 Jahren, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte. Die Masken sollen per Post verschickt werden.

In Bremen waren schon im November und im Dezember über die Apotheken 1,75 Millionen FFP2-Masken kostenlos an über 65-Jährige verteilt worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Januar 2021 um 13:00 Uhr.