Polizeibeamte untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität. | dpa

Heidelberg Amokläufer kaufte Waffen in Österreich

Stand: 26.01.2022 18:54 Uhr

Der Amokläufer von Heidelberg hatte nach Polizeiangaben insgesamt drei Schusswaffen in Österreich gekauft. Der Tatverdächtige soll in seiner Jugend zudem Mitglied einer rechtsextremen Partei gewesen sein.

Nach dem Amoklauf auf einem Campus der Universität Heidelberg haben die Ermittler über neue Erkentnisse informiert. Demnach besorgte sich der mutmaßliche Täter seine Waffen in Österreich. Der 18-Jährige habe etwa eine Woche vor der Tat drei Langwaffen in dem Land erworben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Mannheim mit. Beamte stellten am Tatort zwei der Waffen und rund 150 Schuss Munition sicher. Die dritte Waffe habe die österreichische Polizei in einem Zimmer gefunden, das der junge Mann bei einem Aufenthalt angemietet habe.

Die beiden bei der Tat verwendeten Waffen hat der 18-Jährige demnach bei einem Waffenhändler gekauft, die dritte bei einer Privatperson. Inwiefern sich der Waffenhändler oder seine Mitarbeiter wegen des Waffenverkaufs strafrechtlich verantworten müssen, wird den Angaben zufolge geprüft. Dies gestalte sich aufgrund der unterschiedlichen Rechtslage in der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland als schwierig, hieß es.

Keine persönliche Beziehung zu Opfern

Die Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen in Mannheim und die noch laufende Auswertung von Mobiltelefonen, Laptops und einem Tablet habe keine Hinweise auf eine persönliche Beziehung zwischen dem mutmaßlichen Täter und den Opfern ergeben.

Der 18-Jährige soll zudem mit einem Taxi von Mannheim zum Tatort auf dem Uni-Campus Neuenheimer Feld in Heidelberg gefahren sein. Die beiden Waffen sollen dabei in einer Sporttasche im Kofferraum des Taxis transportiert worden sein.

War der Tatverdächtige rechtsextrem?

Die Ermittler prüfen den Angaben zufolge außerdem Hinweise, wonach der Tatverdächtige in der Vergangenheit Mitglied der rechtsextremen Partei Der Dritte Weg gewesen sein soll. Im Jahr 2019, als er noch minderjährig war, soll er aus der Partei wieder ausgetreten sein. Bereits durchgeführte Auswertungen digitaler Medien des mutmaßlichen Täters sowie Zeugenaussagen aus seinem persönlichen Umfeld hätten bislang aber keine Erkenntnisse zu einer Radikalisierung oder zu Kontakten ins rechte Spektrum ergeben.

Nicht auszuschließen sei, dass eine im Raum stehende psychische Erkrankung des Verdächtigen ursächlich für die Tat gewesen sein könnte, hieß es. Belastbare Feststellungen zum Tatmotiv seien jedoch den weiteren Ermittlungen vorbehalten.

Am Montag hatte der Tatverdächtige, ein Student, in einem Hörsaal der Universität Heidelberg mehrfach auf Studierende geschossen. Eine 23-jährige Studentin starb, drei weitere Studierende wurden verletzt. Anschließend tötete sich der Schütze selbst.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Januar 2022 um 16:00 Uhr.