Unterricht in einer Schulklasse | Bildquelle: dpa

2018 leichter Rückgang Weniger Kinder auf Hartz IV angewiesen

Stand: 01.06.2019 05:54 Uhr

Ende 2018 lebten 1,95 Millionen Kinder unter 18 Jahren von Hartz IV - ein Rückgang von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die die Linke ausgewertet hat.

Die Zahl der Kinder, die von Hartz-IV-Leistungen lebt, ist einem Medienbericht zufolge zurückgegangen. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) meldet dies unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die von der arbeitsmarktpolitischen Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, anlässlich des Internationalen Kindertages ausgewertet wurden.

Ende 2018 lebten demnach rund 1,95 Millionen unter 18-jährige Kinder in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften. Das sei ein Rückgang von 3,7 Prozent im Vergleich zu Ende 2017. Damals hatte die Zahl der Kinder, die von Hartz IV lebten, noch bei rund 2,037 Millionen gelegen.

Weniger Kinder im Hartz-IV-Bezug
tagesschau 20:00 Uhr, 01.06.2019, Volker Schwenck, ARD Berlin

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Alleinerziehende stark betroffen

Besonders stark betroffen seien Kinder von Alleinerziehenden. Ende 2018 gab es den Angaben zufolge 886.823 Kinder, die Hartz-IV-Leistungen bekamen und in einem Haushalt mit einem Elternteil lebten. Deutschlandweit habe der Anteil der Kinder unter 18 Jahren, die staatliche Unterstützung erhielten, bei 14,4 Prozent gelegen. In Westdeutschland waren es demnach 13,5 Prozent, in Ostdeutschland 18,4 Prozent.

Schlusslicht Bremen

Die Hilfequoten variierten von Bundesland zu Bundesland zum Teil erheblich. In Schleswig-Holstein benötigten demnach 15,7 Prozent der Kinder unter 18 Hartz IV, in Niedersachsen 15 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 19 Prozent, in Berlin 28,5 und in Sachsen-Anhalt 20,3 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern habe der Wert bei 17,4 Prozent, in Sachsen bei 13,5 und in Brandenburg bei 13,7 Prozent gelegen. Bundesweit am höchsten sei die Hilfequote bei Kindern unter 18 Jahren in Bremen mit 32,1 Prozent gewesen.

Linken-Politikerin Zimmermann sagte dem RND, für eines der reichsten Länder sei es beschämend, "dass so viele Kinder von finanziellen Problemen betroffen sind". Statt unbeschwert aufwachsen zu können, lernten diese Kinder Entbehrungen kennen. "Die Bundesregierung muss endlich ein Konzept gegen Kinderarmut vorlegen", so die Bundestagsabgeordnete.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. Juni 2019 um 07:15 Uhr.

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