Armin Paul Hampel, Vorsitzender der AfD Niedersachsen, telefoniert mit dem Handy. | Bildquelle: AFP

AfD in Niedersachsen Vorwürfe gegen Hampel teils entkräftet

Stand: 10.10.2017 19:10 Uhr

Mehrere Vorwürfe gegen Niedersachsens AfD-Chef Hampel haben sich nicht erhärtet. Allerdings liegt eine neue Anzeige gegen Hampel vor - dabei geht es um die Anmietung eines Wagens auf Parteikosten.

Vorwürfe gegen den niedersächsischen AfD-Vorsitzenden Armin Paul Hampel haben sich teilweise nicht bestätigt. Das sagte die Staatsanwaltschaft Lüneburg auf Nachfrage von tagesschau.de.

Der Verdacht, Hampel habe ein professionelles Kamera-Equipment mit Zubehör an den niedersächsischen Landesverband verkauft, aber nicht geliefert, habe sich nicht bestätigt. Bei der gestrigen Durchsuchung sei in den Geschäftsräumen des AfD-Landesverband ein entsprechendes Kamera-Equipment sowie in den Privaträumen Hampels eine Rechnung über dieses gefunden worden.

Spende war nicht Gegenstand der Untersuchung

Der Anfangsverdacht des unsachgemäßen Umgangs mit einer Spende über 20.000 Euro habe sich nach eingehender rechtlicher Prüfung nicht bestätigt und sei darum auch nicht Gegenstand der gestrigen Hausdurchsuchungen in Privaträumen von Hampel sowie in Geschäftsräumen der AfD Niedersachsen gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Allerdings liege seit heute eine neue Anzeige gegen Hampel vor. In dieser werde unter anderem Bezug auf die Anmietung eines Mietwagens auf Parteikosten genommen, so die Staatsanwaltschaft. Sie prüfe im üblichen Verfahren nun, ob ein Anfangsverdacht besteht.

tagesschau.de hatte am Montag berichtet, dass es in Unterlagen, die WDR und NDR vorliegen, Hinweise auf weitere mögliche finanzielle Ungereimtheiten gibt. Demnach wirft Bodo Suhren Hampel im Frühsommer 2016 in einer E-Mail vor, einen Mietwagen der Firma Sixt auf Parteikosten gefahren und etwa einen Monat lang nicht zurückgegeben zu haben. Für eine Kostenübernahme der Partei fehle aber ein Beschluss des Landesvorstandes, schreibt Suhren.

Zum Vorwurf der doppelten Abrechnung eines Wahlwerbespots für die AfD dauerten die Ermittlungen an, so Staatsanwältin Wiebke Bethke zu tagesschau.de.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Oktober 2017 um 20:00 Uhr.

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