Hildegard Hamm-Brücher | Bildquelle: dpa

Trauer um Liberale Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Stand: 09.12.2016 13:44 Uhr

Die ehemalige FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher ist tot. Sie starb im Alter von 95 Jahren. Hamm-Brücher war unter Kanzler Schmidt Staatsministerin im Auswärtigen Amt und 1994 Kandidatin für das Bundespräsidentenamt.

Die FDP hat eines ihrer bekanntesten Gesichter verloren, Hildegard Hamm-Brücher. Sie war Staatsministerin im Auswärtigen Amt, sie trat 1994 als Bundespräsidentschaftskandidatin an. Diese beiden Rollen, aber auch ihr gesamtes politisches Wirken machten sie für viele zur "Grande Dame" der FDP.

Hamm-Brücher kam am 11. Mai 1921 als Hildegard Brücher zu Welt. Mit zehn Jahren verlor sie ihre Eltern, wuchs mit vier Geschwistern bei der Großmutter auf. Nach dem Krieg arbeitet sie zunächst als Journalistin, ging dann aber früh in die Politik.

1948 zog sie in den Münchner Stadtrat und kurze Zeit später als jüngste Abgeordnete der Liberalen in den bayerischen Landtag ein. Dort kümmerte sie sich vor allem um die Bildungspolitik und legte sich mit der CSU an.

Trauer um Hildegard Hamm-Brücher
tagesschau 20:00 Uhr , 09.12.2016, Tessa Siebenhüner, BR

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Wechsel in die Bundespolitik

1976 wechselte Hamm-Brücher nach Bonn. Auch dort war sie eine prinzipientreue Kämpferin in der sozialliberalen Koalition als Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Der Koalitionsbruch führte zum ersten Zerwürfnis zwischen Hamm-Brücher und ihrer Partei.

Ihren letzten großen Auftritt auf politischer Bühne hatte Hamm-Brücher 1994 als Präsidentschaftskandidatin der FDP. Doch die Liberalen votieren im letzten Wahlgang für den Unionskandidaten Roman Herzog.

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Zum Tod von Hildegard Hamm-Brücher

Hildegard Hamm-Brücher

Im Alter von 95 Jahren ist die FDP-Politikern Hildegard Hamm-Brücher in München gestorben. 1921 wurde sie in Essen geboren. Schon mit elf Jahren wurde sie Halbwaise. Sie erlebte, wie sich ihre jüdische Großmutter aus Angst vor Deportation das Leben nahm. | Bildquelle: picture alliance / BREUEL-BILD

Zerwürfnis mit der FDP

1998 trat die Hamm-Brücher zunächst aus der bayerischen FDP aus - einen Tag, nachdem sich die Münchner Liberalen zu einer Koalitionsaussage für die CSU entschieden hatten. Vier Jahre später kam es auch zum Zerwürfnis mit der Bundespartei. Als Gründe gab sie die "andauernde rechtspopulistische, antiisraelische und tendenziell Antisemitismus schürende Agitation" von Jürgen Möllemann und eine Führungsschwäche von Parteichef Guido Westerwelle an, der zu den Fehltritten Möllemanns "zu lange geschwiegen" habe.

Bis ins hohe Alter blieb sie aber in der Öffentlichkeit präsent, als Publizistin und Kämpferin für liberale Werte: "Von Heimat und totalen Begeisterung und Aufgehen in der Partei des Liberalismus kann keine Rede sein. Ich war eine, wie ich mich heute noch nenne, eine freischaffende Liberale".

"Herausragende Demokratin"

Über Parteigrenzen hinweg wurde Hamm-Brücher gewürdigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Politikerin als "herausragende Demokratin". Sie sei "über viele Jahrzehnte hinweg eine der profiliertesten Stimmen und ein Vorbild des politischen Liberalismus in Deutschland" gewesen. Bundespräsident Joachim Gauck sprach der Tochter der Verstorbenen sein Beileid aus: "Ihre Mutter stand wie kaum eine andere für einen Liberalismus, der sich für Bürgerrechte, Zivilcourage und demokratische Kultur einsetzte." FDP-Chef Christian Lindner zollte Hamm-Brücher ebenfalls Respekt: "Ihre Standhaftigkeit und ihre persönliche Unabhängigkeit haben sie zu einer oftmals unbequemen Politikerin im besten Sinne gemacht. Dafür erlangte sie in der Bevölkerung besondere Anerkennung."

Über dieses Thema berichteten tagesschau24 am 09. Dezember 2016 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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