Baumhaus im Hambacher Forst wird abgebaut | Bildquelle: picture alliance/dpa

Hambacher Forst Hälfte der Baumhäuser geräumt

Stand: 17.09.2018 10:53 Uhr

Mit schwerem Gerät und Hundertschaften der Polizei geht die Räumung der letzten rund 20 Baumhäuser im Hambacher Forst weiter. Nach den Zusammenstößen gestern weist die Polizei Kritik am Einsatz zurück.

Seit dem frühen Morgen ist die Polizei wieder im Hambacher Forst im Einsatz, um die letzten Baumhäuser von Umweltschützern zu räumen. Die Nacht sei ruhig verlaufen, berichtet ARD-Korrespondent Jens Eberl. Laut Polizei habe es keine Zwischenfälle gegeben.

Heute gehe die Räumung der Siedlung "Oaktown" relativ schnell voran. Polizei und Bauarbeiter gingen mit schwerem Gerät in den Wald. Bisher seien 28 von rund 50 Baumhäusern geräumt und 19 davon abgebaut worden.

Auch von der Unterstützung durch die Bevölkerung sei nicht mehr so viel zu spüren. Vereinzelt gebe es Sitzblockaden kleinerer Gruppen, Demonstranten würden aus dem Wald herausgetragen. Die großen Massen an Demonstranten seien aber heute nicht mehr zu sehen.

Räumung des Hambacher Forst schreitet voran
tagesschau 12:00 Uhr, 17.09.2018, Jens Eberl, WDR

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"Möglichst störungsfrei bewältigen"

Die Polizei habe in der Nacht verhindern können, dass weitere Demonstranten in den Wald strömen, berichtete Paul Kemen von der Polizei Aachen. "Wir haben gerade mal die Hälfte der Baumhäuser geschafft. Das ist gut im Plan, aber wir müssen weiter sehr besonnen und sensibel vorgehen. Unser Ziel ist es, das Ganze möglichst störungsfrei zu bewältigen."

Festnahmen bei Demo am Sonntag

Störungsfrei verlief der Sonntag nicht. Mehrere Tausend Demonstranten hatten an der Grenze zum Hambacher Forst für den Erhalt des Waldes westlich von Köln und einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung gefordert. Die Polizei sprach von mehr als 4000 Demonstranten, Aktivistengruppen von 5000 bis 9000 Teilnehmern. Die Lage spitzte sich zu, als rund 200 Teilnehmer versuchten, in den von der Polizei abgesperrten Wald vorzudringen. Laut Polizeiangaben wurden allein gestern 14 Demonstranten festgenommen. Außerdem wurden acht Menschen verletzt, davon drei Polizisten.

Der Einsatz sei ein "gewolltes Katz-und-Maus-Spiel", sagte Polizeisprecher Kemen. Die Besetzer wüssten, dass auch Konsequenzen folgten. Die Polizei habe das Gewaltmonopol und dürfe auch Hilfsmittel einsetzen wie Schlagstock oder Pfefferspray. Auf die Frage nach der Verhältnismäßigkeit sagte Kemen, die Maßnahme erfordere einen so großen Kräfteeinsatz. Problematisch sei, dass sich gewaltbereite Demonstranten unter die friedlichen mischten.

"Es geht um Macht"

Der Waldpädagoge Michael Zobel kritisierte im Deutschlandfunk, die Polizei habe eine "regelrechte Maschinerie" aufgefahren. Der Einsatz von Räumpanzern und Wasserwerfern gegen die etwa 150 vorwiegend jungen Umweltaktivisten sei unverhältnismäßig gewesen. Zobel gilt als inoffizieller Vermittler zwischen der Polizei und den Umweltschützern. Er betonte, in dem Konflikt im Hambacher Forst gehe es schon längst nicht mehr um Strom und Energiebilanzen, sondern um Macht.

Das Waldstück war in den vergangenen Monaten zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung geworden. Ein Teil des zwischen Aachen und Köln gelegenen Waldgebiets ist seit geraumer Zeit von Klimaaktivisten besetzt. Der Energiekonzern RWE will ab Mitte Oktober einen weiteren Teil des Waldes roden, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau zu erweitern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2018 um 09:00 Uhr.

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