Polizeiaktion im Hambacher Forst | Bildquelle: dpa

Räumung im Hambacher Forst Aktivist in Erdloch angekettet

Stand: 14.09.2018 20:29 Uhr

  • Polizei entdeckt angekettete Person in Erdloch
  • OVG lehnt Stopp der Räumung ab
  • Bisher acht Baumhäuser entfernt

Die Polizei hat am Freitagabend (14.09.2018) im Hambacher Forst ein Erdloch entdeckt, in dem sich eine Person angekettet hatte. Die Waldbesetzer hatten angegeben, dass sich unter dem Waldboden Tunnel mit angeketteten Menschen befänden. "Ein Tunnelsystem haben wir nicht entdeckt. Wir wissen aber nicht, ob sich weitere Personen in Erdlöchern befinden", sagte eine Polizeisprecherin dem WDR.

Nach WDR-Informationen wurden bisher acht der etwa 50 Baumhäuser der Besetzer-Siedlung "Oaktown" entfernt. Die "Aktion Unterholz" hat für Samstag (15.09.2018) zu einer weiteren Demonstration aufgerufen.

Stopp der Räumung abgelehnt

Das OVG Münster hat derweil einen Stopp der Räumung abgelehnt. Ein Baumbesetzer hatte dies beantragt, bis über seinen Eilantrag entschieden sei. Rechtsanwalt Christian Mertens, der den Baumbesetzer vertritt, überraschte die Begründung des OVG: "Es müsse geräumt werden, weil dort eine unfriedliche Versammlung stattfände. Von mangelndem Brandschutz in den Baumhäusern war keine Rede mehr." Damit hatten die Behörden ursprünglich die Räumung begründet.

Auch der BUND scheiterte vor Gericht. Die Umweltschützer wollten erreichen, dass im Zuge der Räumung keine Bäume gefällt werden dürfen.

Reul kritisiert Waldbesetzer

Laut Polizei wurden bei der Räumung am Freitag 16 Menschen in Gewahrsam genommen. Waldbesetzer hätten eine Barrikade in Brand gesteckt und mit Exkrementen einige der 4.000 Polizisten beworfen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisierte die Waldbesetzer. Die Behörden hätten "gemerkt, dass immer mehr kriminelles Personal auch vom Ausland" in den Wald gekommen sei, sagte er im Deutschlandfunk.

Lars Kulik, Vorstandsmitglied RWE: Es geht geht um die Kohleversorgung von heute und morgen
wdr
15.09.2018 03:45 Uhr

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Der Energiekonzern RWE will im Oktober die Abholzung fortsetzen. "Der Tagebau steht quasi direkt vor dem Wald und dementsprechend müssen wir auch roden", sagte RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik dem WDR. Kulik verwies darauf, dass ansonsten die Stromversorgung in der Region nicht gesichert sei - insbesondere für energieintensive Industrien.

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Hambacher Forst: Tag Zwei der Räumaktion

Polizisten sammen sich am Waldrand

Schon am frühen Freitagmorgen (14.09.2018) sammelten sich wieder die Einsatzkräfte der Polizei am Hambacher Forst. Die Räumung von Baumhäusern der Braunkohlegegner soll weiter gehen. RWE will ab Oktober für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen.

Hambacher Forst: Die Räumung geht weiter
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