Screenshot des inzwischen gesperrten Twitter-Accounts | Bildquelle: dpa

Datendiebstahl Gegen Hacker laufen mehrere Verfahren

Stand: 11.01.2019 16:17 Uhr

Der aktuelle Datendiebstahl war offenbar nicht sein erster: Gegen den 20-jährigen Hacker wurden schon vorher drei Verfahren wegen ähnlicher Vorwürfe eingeleitet. Er soll rechtsextreme Positionen verbreitet haben.

Gegen den 20-jährigen Hessen, der Daten von rund 1000 Politikern, Prominenten und Journalisten ausgespäht und veröffentlicht haben soll, wird auch in weiteren Fällen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Gießen habe schon vor dem aktuellen Fall drei Ermittlungsverfahren wegen ähnlicher Vorwürfe eingeleitet, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Zuvor hatte "Spiegel Online" darüber berichtet.

Allerdings sei keines der Verfahren abgeschlossen - deshalb gelte er nicht als vorbestraft, betonte der Sprecher weiter. Seine Behörde habe sich die Unterlagen zu den Gießener Ermittlungen schicken lassen und wolle prüfen, ob sie zu einem Gesamtverfahren zusammengelegt würden.

Zu den "Spiegel"-Informationen, der Schüler habe im Netz auch rechtsextreme Positionen verbreitet, äußerte sich der Sprecher nicht. Die Motivation des Mannes sei Gegenstand der Ermittlungen. Man untersuche, wo er sich im Netz bewegt habe, mit wem er Kontakt gehabt und wie er sich geäußert habe.

Rechtsextreme Positionen im Netz verbreitet?

Laut "Spiegel" gibt es viele Indizien dafür, dass der Tatverdächtige im Netz rechtsextreme Positionen verbreitet und sich im Umfeld rechter "Hacktivisten" bewegt habe. Unter einem der ihm zuzuordnenden Pseudonyme seien entsprechende Kommentare gepostet worden. Ein Kommentar lautete demnach, "die AfD wird die ganzen Clans nicht wegkriegen, da braucht man die NPD um ordentlich aufzuräumen" (Kommafehler im Original; Anm. d. Red.). Radikalisiert worden sei der Schüler offenbar unter anderem von YouTube-Kanälen. 

Der Schüler aus Mittelhessen gestand nach Angaben der Ermittler das massenhafte Ausspähen von Daten und deren Verbreitung. Er habe angegeben, aus Verärgerung über Äußerungen der Betroffenen gehandelt zu haben.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 10. Januar 2019 um 00:44 Uhr.

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