Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck  | Bildquelle: dpa

Habeck verlässt soziale Medien "Bye bye, Twitter und Facebook"

Stand: 07.01.2019 09:57 Uhr

Nachdem Hacker massenweise Daten von Politikern im Internet veröffentlicht haben, will Grünen-Chef Habeck nicht mehr bei Twitter und Facebook aktiv sein. Ein Grund war auch ein Zwischenfall mit einem Wahlkampfvideo.

Von Kristin Becker, ARD-Hauptstadtstudio

Robert Habeck sieht an diesem Morgen nicht glücklich aus. Der Datendiebstahl hat ihm zugesetzt, das ist deutlich zu spüren. Er ist einer derjenigen, die besonders betroffen sind. Private Nachrichten und Fotos von ihm und seiner Familie sind ins Netz gestellt worden.

Der Grünen-Chef fordert, dass der oder die Täter konsequent verfolgt werden.

Kein Twitter, kein Facebook

Nun zieht Habeck die Konsequenzen und zieht sich aus Facebook zurück, wie er im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio erklärt. Ein Großteil der Daten sei, so seine Vermutung, über diesen Kanal abgeschöpft worden - vor allem über Accounts seiner Familie. Und auch bei Twitter will Habeck zukünftig nicht mehr aktiv sein.

Finaler Auslöser ist der Zwischenfall mit einem Wahlkampfvideo zu Thüringen, das am Sonntag im Netz die Runde machte und einen Shitstorm gegen den Grünen-Chef auslöste. Habeck hatte in dem kurzen Clip davon gesprochen, dass man versuche, "alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land."

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck | Bildquelle: dpa
galerie

Selbstkritisch sagt Habeck zum Umgang mit sozialen Medien: "Ich hätte mich besser schützen müssen."

"Das darf mir nicht passieren"

Aufgezeichnet wurde das Video schon vor zwei Monaten - in aller Eile - "gehetzt und unkonzentriert“, wie er im Interview sagt. "Trotzdem darf mir so etwas nicht passieren." Wie es jetzt hochgeladen werden konnte, verstehe er auch nicht.

Offensichtlich sei er durch Twitter verführbar gewesen, "zuzuspitzen". Das hatte ihm schon vor der Landtagswahl in Bayern Ärger eingebracht. Auch da hatte er eine umstrittene Videobotschaft veröffentlicht, die er später zurückzog.

Auf seiner Homepage begründet Habeck seine Entscheidung zu Facebook und Twitter noch ausführlicher und schreibt: "Kann sein, dass das ein politischer Fehler ist, weil ich mich der Reichweite und direkten Kommunikation mit doch ziemlich vielen Menschen beraube. Aber ich weiß, dass es ein größerer Fehler wäre, diesen Schritt nicht zu gehen."

Über dieses Thema berichtete RBB Inforadio am 07. Januar 2019 um 12:00 Uhr.

Darstellung: