Eine Schülerin der fünften Klasse eines Gymnasiums meldet sich im Unterricht. | Bildquelle: picture alliance/dpa

Umfrage des Philologenverbandes Gymnasiallehrer kritisieren hohe Belastung

Stand: 09.03.2020 13:30 Uhr

Hohes Arbeitspensum, lärmende Schüler, kaum Ruhezonen: Nur drei der zahlreichen Punkte, die Lehrer an Gymnasien einer Befragung zufolge im Alltag stark belasten. Der Philologenverband fordert kleinere Klassen und weniger Arbeit.

Ein Großteil der Gymnasiallehrer in Deutschland fühlt sich einer aktuellen Studie zufolge durch seine Arbeit belastet. Wie aus der Befragung im Auftrag des Deutschen Philologenverbandes hervorgeht, empfinden zwei Drittel der befragten Lehrkräfte die Belastung als hoch oder sehr hoch.

Die Befragung - durchgeführt von der Universität Rostock und unterstützt von der Krankenkasse DAK - basierte demnach auf mehr als 16.000 Datensätzen mit Angaben, die Lehrer an Gymnasien online machten. Am meisten belasten die Lehrer demnach die großen Leistungsunterschiede zwischen den Schülern - 95 Prozent der Befragten gaben dies als Grund an. 90 Prozent der Befragten klagten zudem über ein zu hohes Arbeitspensum, 72 Prozent über keine ausreichende Pausen im Schulalltag. Zunehmende Mehraufgaben jenseits des eigentlichen Unterrichts und lange Arbeitstage machten ein Drittel der Befragten unzufrieden.

Ruf nach einem "Gesundheitssgipfel" für Lehrer

Nach Angaben der Lehrergewerkschaft und der Krankenkasse ist es die größte derartige Erhebung bislang. Beide sehen Handlungsbedarf. "Lehrern wird ihr Beruf durch schlechte Rahmenbedingungen und die Delegierung neuer Aufgaben von Seiten der Politik immer weiter erschwert", erklärte die Bundesvorsitzende des Philologenverbands, Susanne Lin-Klitzing.

Der DAK-Bundesvorsitzende Andreas Storm sagte bei der Präsentation der Studie mit Blick auf die 176.000 Gymnasiallehrer in Deutschland: "Notwendig ist ein Gesundheitsgipfel Schule."

Umfangreiche Vorschläge zur Entlastung

Der Philologenverband legte ein Paket mit Forderungen vor. Dazu gehören eine "deutliche Senkung" der Regelstundenzahl und eine Entlastung von Verwaltungs- und anderen Zusatzaufgaben. Außerdem sprach er sich dafür aus, die Klassen zu verkleinern und dafür zu sorgen, dass das Leistungsgefälle in den Klassen gesenkt wird. Um die Lehrkräfte im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern zu unterstützen, sollten an jeder Schule Schulpsychologen eingesetzt werden.

Der Philologenverband ist eine Gewerkschaft von Gymnasiallehrern und tritt nach eigenen Angaben explizit für die Interessen dieser spezifischen Schulform ein.

Philologenverband: Gymnasiallehrer sind überlastet
Alexandra Bauer, ARD Berlin
09.03.2020 11:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. März 2020 um 12:42 Uhr.

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