Interviews im Bericht aus Berlin Mappus stellt sich vor Guttenberg

Stand: 27.02.2011 20:46 Uhr

Trotz der Affäre um seine Doktorarbeit stehen führende Unionspolitiker weiter hinter Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Im Bericht aus Berlin verteidigte Baden-Württembergs Regierungschef Mappus (CDU) Guttenbergs Verhalten. Er habe einen Fehler gemacht und dies eingestanden. Dieses Verhalten spreche für den Menschen und den Politiker Guttenberg.

Mappus verwies auf die anstehende Bundeswehrreform und sagte: "Der Minister steht vor der vielleicht schwersten Reformen der letzten zwanzig, dreißig Jahre. Er braucht unsere Unterstützung, und die bekommt er aus Baden-Württemberg". Zu Guttenberg genieße nach wie vor "höchstes Ansehen im In- und Ausland". "Er ist ein toller Verteidigungsminister", so Mappus.

"Wir stehen da wie kein anderes Land"

Regierungschef Mappus, der in vier Wochen Landtagswahlen bestehen muss, äußerte sich auch zur Wirtschaftspolitik seiner Partei. Der Wirtschaftsflügel der CDU hatte nach dem Wahldebakel in Hamburg den Kurs von Bundeskanzlerin Merkel kritisiert und Korrekturen gefordert. Dazu erklärte Mappus: Man könne in Baden-Württemberg die "exzellente Wirtschaftspolitik" von Bundes- und Landesregierung sehen. "Wir stehen da wie kein anderes Bundesland", so Mappus. Dies sei durch den Einzug der drohenden Linkspartei in den Landtag gefährdet. Grüne und SPD forderte Mappus auf, sich klar zu einer möglichen Koalition mit der Linkspartei zu äußern.

"Die Frage der Koalition mit der Linkspartei stellt sich nicht"

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier schloss im Bericht aus Berlin eine Koalition mit der Linkspartei auf Landesebene nicht ausdrücklich aus. Steinmeier erklärte aber, die Koalitionsfrage stelle sich nicht, da die Linkspartei nicht in den Landtag einziehen werde. In aktuellen Umfragen liege sie bei 4 Prozent.

Mit Blick auf die Plagiatsaffäre um Minister Guttenberg vermutete der SPD-Fraktionschef: Die Kanzlerin und zu Guttenberg versuchten, "das Ganze unter den Teppich zu kehren". Dies werde nicht gelingen, wie die empörten Reaktionen von Seiten der Wissenschaft zeigten.

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