AKW Gundremmingen | Bildquelle: dpa

Betriebserlaubnis des AKW erloschen Aus für Block B in Gundremmingen

Stand: 31.12.2017 05:21 Uhr

Nach nahezu 34 Jahren Laufzeit wird Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen planmäßig abgeschaltet. Künftig gibt es dann nur noch sieben Atomkraftwerke in Deutschland, im Dezember 2022 sollen die letzten abgeschaltet werden. Der Rückbau wird jedoch noch Jahrzehnte dauern.

Das Ende von Deutschlands erstem Groß-Atomkraftwerk steht bevor. Heute wird in Gundremmingen nach 34 Jahren der Block B abgeschaltet, der dritte Meiler erhält aber noch vier Jahre Schonfrist. In den Mittagstunden werde der Atommeiler planmäßig vom Netz gehen, kündigte ein Unternehmenssprecher an.

Künftig gibt es dann nur noch sieben Atomkraftwerke in Deutschland, im Dezember 2022 sollen die letzten abgeschaltet werden. Gundremmingen war das letzte deutsche Atomkraftwerk mit zwei laufenden Reaktoren. Block B in Gundremmingen war im März 1984 in Betrieb genommen worden, sein Ende steht seit Jahren fest.

Letzter Block vorerst weiter im Betrieb

Das Aus war nach der Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 im Rahmen des Atomausstiegfahrplans der Bundesregierung festgelegt worden. Atomgegner betrachten die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen als besonders riskant. Es sei der gleiche Reaktortyp wie in Fukushima und die verwendeten Mox-Brennelemente enthielten besonders viel gefährliches Plutonium, sagt etwa der Bund Naturschutz in Bayern (BN). Atomgegner haben eine Kundgebung für den letzten Betriebstag vor dem Werkstor angekündigt.

Kritiker hatten daher immer wieder verlangt, dass mit Block B auch Block C abgeschaltet werden müsse. Dieser darf aber vorerst weiterlaufen. Mit der Demontage von Block B soll bereits 2018 begonnen werden, eine Genehmigung dafür liegt aber noch nicht vor.

Rückbau dauert Jahre und kostet Milliarden

Die Verantwortlichen begründen den schnellen Abbau noch während der Betriebszeit von Block C damit, dass dann die bislang für den Betrieb benötigten Mitarbeiter ohne Unterbrechung weiterbeschäftigt werden könnten. Der gesamte Abriss des ersten deutschen Groß-Atomkraftwerks, das seit mehr als einem halben Jahrhundert am Netz ist, wird sich voraussichtlich bis etwa zum Jahr 2040 hinziehen.

Das Kernkraftwerk Gundremmingen gehört zu 75 Prozent RWE. Die restlichen Anteile gehören der PreussenElektra GmbH, die wiederum Teil des E.on-Konzerns ist. Die Unternehmen haben für den Rückbau beider Blöcke Rückstellungen von zusammen rund 1,5 Milliarden Euro gebildet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Dezember 2017 um 04:50 Uhr.

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