Eine Person wird einen Tag nach der Zerschlagung einer rechten Terrorzelle von Polizisten zum Bundesgerichtshof gebracht. | Bildquelle: dpa

"Gruppe S." Terrorverdächtiger tot in JVA aufgefunden

Stand: 15.07.2020 16:35 Uhr

Anfang Februar nahmen baden-württembergische Ermittler zwölf Personen wegen des Verdachts auf eine rechtsterroristische Vereinigung fest. Nach Informationen des SWR wurde nun einer der Verdächtigen tot in seiner Zelle aufgefunden.

In Dortmund ist ein 46-Jähriger, dem der Generalbundesanwalt die Unterstützung einer rechtsterroristischen Vereinigung vorgeworfen hat, tot in der Justizvollzugsanstalt aufgefunden worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund bestätigte das dem SWR auf Nachfrage. Der Mann sei zur Mittagszeit leblos in seiner Einzelzelle gefunden worden.

Die Staatsanwaltschaft Dortmund habe ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und eine Obduktion des Mannes angeordnet. Auch der Generalbundesanwalt bestätigte den Todesfall gegenüber dem SWR, wollte sich jedoch nicht weiter zu dem Vorgang äußern.

Unterstützung bei Waffenkauf der Gruppe S.?

Dem Mann aus Nordrhein-Westfalen hatte die Bundesanwaltschaft die Unterstützung der rechtsterroristischen "Gruppe S." vorgeworfen. Er soll zugesagt haben, die Gruppe finanziell beim Waffenkauf unterstützt und deren Ziele geteilt haben.

Auf diese Gruppe waren baden-württembergische Ermittler nach dem Hinweis eines V-Mannes aufmerksam geworden, der von rechtsterroristischen Anschlagsplänen berichtete. Nach mehreren Monaten Ermittlungsarbeit wurden Anfang Februar 2020 zwölf Personen vorläufig festgenommen. Sie kamen in Untersuchungshaft, darunter auch der nun Verstorbene.

Schießübungen bei Treffen

Nach Informationen des SWR nahmen an dem Gründungstreffen der "Gruppe S." Ende September 2019 15 Männer und eine Frau teil. Sieben Teilnehmer stammten aus dem östlichen Baden-Württemberg. Darunter sogenannte Prepper, aber auch unauffällige Familienväter und ein Informant der Polizei.

Bei dem Treffen wurden den Recherchen nach von Anschlägen auf die Grünen-Politiker Robert Habeck und Anton Hofreiter gesprochen sowie auf Moscheen. Das Hauptziel sei gewesen, einen Bürgerkrieg zu provozieren. Bei dem Treffen der Gruppe sollen Schieß- und Wurfübungen absolviert und teils geladene Pistolen gezeigt worden sein.

Mit Informationen von Holger Schmidt, ARD-Terrorismusexperte

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. Juli 2020 um 16:15 Uhr.

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