Der Grünen-Vorsitzenden Baerbock und Habeck | AFP

Kanzlerkandidatur der Grünen Habeck oder Baerbock?

Stand: 19.04.2021 10:41 Uhr

Ganz im Verborgenen haben sich Baerbock und Habeck von den Grünen geeinigt, wer die Kanzlerkandidatur übernimmt. Heute geben sie ihre Entscheidung bekannt. Die Partei ist seit längerem in einem Umfragehoch.

Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Der Grünen-Bundesvorstand wird am Vormittag um 11.00 Uhr bekanntgeben, wer die Partei als Kanzlerkandidatin oder Kanzlerkandidat in die Bundestagswahl führen wird. Vorher wollten sich Baerbock und Habeck untereinander einigen.

Die Partei hat den beiden die Entscheidung überlassen. So oder so wollen sie als Spitzenduo den Grünen-Wahlkampf führen, "unabhängig davon, wer einen halben Schritt zurückgeht", hatte Habeck es formuliert.

Nur einmal hat Habeck öffentlich auf Baerbocks möglichen Trumpf hingewiesen: "Wenn Annalena Baerbock als Frau sagen würde, ich mache es, weil ich eine Frau bin. Und die Frauen haben das erste Zugriffsrecht, dann hat sie's. Natürlich."

Baerbock holte in Umfragen auf

In Umfragen lag die 40-jährige Baerbock bei den Sympathiewerten bisher hinter dem 51-jährigen Habeck, hat in den vergangenen Monaten aber aufgeholt. Zuletzt erzielte sie sogar höhere Zustimmungswerte als ihr Ko-Vorsitzender.

Habeck sammelte als Agrarminister und Vize-Ministerpräsident schon Regierungserfahrung in Schleswig-Holstein. Das hat Baerbock nicht, gilt dafür als inhaltlich stärker. Sie wäre bei der 20. Bundestagswahl seit 1949 erst die zweite Frau nach Angela Merkel, die sich für das höchste Regierungsamt bewirbt.

Der langjährige Grünen-Spitzenpolitiker Jürgen Trittin hält die Entscheidung seiner Partei über die Kanzlerkandidatur an diesem Montag für wegweisend. Bei der Bundestagswahl im September gehe es "um etwas Neues", erstmals werde "die politische Alternative Grün gegen Schwarz lauten", sagt Trittin im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Hoffnungen aufs Kanzleramt

Die endgültige Entscheidung fällt auf dem Grünen-Parteitag vom 11. bis 13. Juni, wo die Zustimmung zu der Personalie aber als sicher gilt - egal wer nominiert wird.

Die Grünen sind seit längerem in einem Umfragehoch. Laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend sind die Grünen zweitstärkste Partei, hinter CDU/CSU - so nahe dürften sich die Grünen dem Kanzleramt noch nie gefühlt haben. Als das Spitzenduo Baerbock und Habeck vor kurzem ihr 130 Seiten langes Wahlprogramm vorgelegt haben, sagte Baerbock: "So viele Menschen haben in dieser Krise gezeigt, was alles in uns steckt. Und jetzt ist es an der Zeit, dass Politik endlich über sich hinaus wächst."

Hoffnungen auf das Kanzleramt könnten sich die Grünen insbesondere in einem Dreierbündnis machen - etwa in einer Ampel mit SPD und FDP oder Grün-Rot-Rot.

Mit Informationen von Nina Amin, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichteten am 19. April 2021 Deutschlandfunk um 05:17 Uhr und tagesschau24 um 10:00 Uhr sowie ab 11:00 Uhr live.