Polizist neben einem Streifenwagen mit Blaulicht

Mehrere Bundesländer Großrazzia gegen mutmaßliche Schleuser

Stand: 13.11.2019 17:19 Uhr

In sechs Bundesländern ist die Polizei heute zu einem Großeinsatz gegen mutmaßliche Schleuser ausgerückt. Die Beschuldigten sollen vor allem ukrainische Staatsangehörige nach Deutschland geschleust haben.

Die Bundespolizei ist mit einer großangelegten Razzia in sechs Bundesländern gegen mutmaßliche Schleuser vorgegangen. Die Aktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück richte sich gegen eine Tätergruppe, die gewerbsmäßig Ausländer einschleuse, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover. Außerdem gehe es um Falschbeurkundung und die illegale Überlassung von Arbeitnehmern.

Mehr als 500 Beamte waren im Einsatz. Insgesamt wurden 38 Objekte in Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz durchsucht. Als Beweismittel beschlagnahmte die Polizei Datenträger wie Laptops und Mobiltelefone, Dokumente, Bargeld und mehrere Waffen. Im Landkreis Osnabrück wurde ein per Haftbefehl gesuchter Verdächtiger festgenommen.

Vor allem Ukrainer nach Deutschland geschleust

Die Beschuldigten sollen vor allem ukrainische Staatsangehörige im Ausland angeworben und nach Deutschland geschleust haben. Dort wurden sie zur illegalen Beschäftigung vermittelt. Die Einreise und der Aufenthalt wurden touristisch begründet, um einen sonst erforderlichen Aufenthaltstitel zu umgehen. Die ukrainischen Arbeitskräfte nutzten den Angaben zufolge gefälschte EU-Ausweisdokumente zur Anmeldung bei Behörden und Sozial- und Rentenversicherungsträgern.

Die Beschuldigten hätten die Arbeitskräfte dabei unterstützt und sie über eine eigene Agentur an verschiedene Firmen vermittelt. Nach Angaben der Bundespolizei betrieben die Täter auch Unterkünfte, in denen sie die Arbeiter in der Nähe ihrer Arbeitsstellen unterbrachten. Bei den Durchsuchungen wurden alle in diesen sowie anderen Objekten angetroffenen Menschen überprüft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. November 2019 um 17:00 Uhr.

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