Würstchen liegen am Aachener Weiher in Köln auf einem Grill.  | Bildquelle: dpa

Stiftung Warentest Tropenholz in Grillkohle

Stand: 21.05.2019 10:02 Uhr

In Deutschland beginnt gerade die Grillsaison. Dabei lohnt der kritische Blick auf die Grillkohle: Die Stiftung Warentest hat festgestellt, dass mehrere Sorten aus Urwaldholz bestehen.

Einige in Deutschland verkaufte Grillkohle-Sorten enthalten aus Urwäldern gestohlenes Holz. In fünf von 17 Proben versteckte sich das Tropenholz, wie die Stiftung Warentest bei der Untersuchung herausfand. Insgesamt gebe sich die Branche wenig transparent und verschweige oft Herkunft und Art der verwendeten Hölzer, kritisierten die Verbraucherexperten. Entsprechend blieben die Kunden ahnungslos. In neun der 17 Säcke waren demnach weder Holzarten noch Herkunft angegeben.

Ein Produkt führt die Verbraucher nach Angaben von Stiftung Warentest sogar bewusst in die Irre: Auf den Säcken sei ein Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) zu sehen, das die Kohle als nachhaltig und aus heimischen Wäldern ausweise. In Wirklichkeit bestehe die Kohle aber aus Tropenholz.

Viel Korruption in der Ukraine

Aber auch Produkte aus europäischen Laubbäumen sind der Stiftung Warentest zufolge kein Garant für eine saubere Herkunft, etwa wenn sie aus der Ukraine stammen. Dort gebe es viel Korruption und illegalen Holzeinschlag, erklärten die Tester. Knapp die Hälfte der Anbieter beziehen ihre Kohle zumindest teilweise aus der Ukraine.

Die Untersuchung bestätigt frühere Tests etwa von Umweltschutzorganisationen, die in Grillkohle bedenklich hohe Anteile an Tropenholz und Holz aus geschützten osteuropäischen Urwäldern fanden. Rund 233.000 Tonnen Holzkohle wurden 2018 nach Deutschland importiert. Die Experten empfehlen Produkte, auf dem Holzart und -herkunft angegeben sind und die ein Siegel tragen wie FSC, Naturland oder PEFC.

Über dieses Thema berichtete MDR JUMP am 12. Juli 2018 um 09:20 Uhr.

Darstellung: