Schulschiff ''Gorch Fock'' | Bildquelle: picture alliance / Carsten Rehde

Reparatur dauert länger "Gorch Fock" erst 2020 wieder im Dienst

Stand: 22.03.2019 18:36 Uhr

Die Reparatur des Schulschiffs "Gorch Fock" verzögert sich. Statt Mitte 2019 kann das Schiff erst im April 2020 an die Marine übergeben werden.

Von Christoph Prössl (ARD-Hauptstadtstudio) und Christian Wolf (NDR)

Frühestens im April 2020 kann das Schulschiff "Gorch Fock" der Marine übergeben werden, heißt es im Verteidigungsministerium. Mitarbeiter bestätigten Recherchen des NDR und des ARD-Hauptstadtstudios, denen zufolge die Reparatur des Dreimasters deutlich länger dauern wird, als bislang geplant.

Ursprünglich sollte das Schiff im April 2019 der Marine wieder zur Verfügung stehen. Die Masten konnten jedoch noch nicht gesetzt werden. Außerdem gibt es Probleme mit dem Motor. Der wurde ausgebaut und überholt. Im Maschinenraum wurden jedoch Halterungen und Zuleitungen entfernt, was jetzt die Arbeiten verzögert.

Kosten von 135 Millionen Euro

Renovierungsarbeiten an der Gorch Fock | Bildquelle: Bundeswehr
galerie

Die Instandsetzung der "Gorch Fock" dauert länger und kostet mehr als ursprünglich geplant.

Die Kosten sollen allerdings nicht weiter steigen. Mit der Werft ist ein Festpreis vereinbart. Die Instandsetzung des Schiffs kostet demnach 135 Millionen Euro. Steuerzahlerbund und Opposition im Bundestag kritisierten in der Vergangenheit die lange Werft-Liegezeit und die gestiegenen Kosten. Ihre Argumentation: Ein Neubau wäre preiswerter gewesen.

Die "Gorch Fock" liegt seit Mitte 2016 im Trockendock der Bredo-Werft in Bremerhaven. Der Bundesrechnungshof untersucht den Fall bereits. Das Verteidigungsministerium steht auch wegen der Kostensteigerungen in der Vergangenheit in der Kritik.

Im Ministerium hatte man mehrere Optionen durchgerechnet: den Ankauf eines vorhandenen Großseglers, den Neubau, die Nutzung gemeinsam mit einer anderen Marine und die Reparatur. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion ging hervor, dass das Ministerium durch die Instandsetzung sicherstellen wollte, dass die Marine das Schiff schnell wieder in Dienst stellen kann. Dazu wird es erst einmal nicht kommen.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Welle Nord am 13. November 2018 um 06:00 Uhr.

Darstellung: