Flagge von Belarus | imago images/ITAR-TASS

Forderung der Regierung in Minsk Goethe-Institut muss Arbeit in Belarus einstellen

Stand: 30.06.2021 21:34 Uhr

Auf Druck der Behörden in Belarus müssen das Goethe-Institut und der Deutsche Akademische Austauschdienst ihre Arbeit in dem Land einstellen. Hintergrund sind die Sanktionen, die die EU vergangene Woche erlassen hat.

Die belarusische Regierung fordert die Einstellung aller Aktivitäten des Goethe-Instituts und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in dem Land. Das teilte das Auswärtige Amt mit. Hintergrund sind demnach die Sanktionen der Europäischen Union gegen die Ex-Sowjetrepublik.

"Wir bedauern die Entscheidung der belarusischen Seite", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. "Dieser Schritt wird dazu beitragen, Belarus international weiter zu isolieren." Leidtragende seien die Menschen in Belarus, denen weitere Möglichkeiten gesellschaftlicher und kultureller Betätigung verwehrt würden. Die Arbeit der beiden Institutionen habe Deutschland und Belarus "einander auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene nähergebracht". Die Bundesregierung werde weiterhin daran arbeiten, die kulturelle und gesellschaftliche Zusammenarbeit beider Länder aufrechtzuerhalten.

Sanktionen wegen erzwungener Flugzeug-Landung

Die EU hatte in der vergangenen Woche als Reaktion auf die erzwungene Landung einer Ryanair-Maschine und die Unterdrückung der Opposition umfassende Wirtschaftssanktionen gegen Belarus in Kraft gesetzt. Bei der Flugzeuglandung in Minsk war Ende Mai der regierungskritische Blogger Roman Protassewitsch festgenommen worden.

Belarus setzte am Montag aus Protest gegen die EU-Sanktionen die Teilnahme am EU-Programm der Östlichen Partnerschaft aus. Außerdem zog das Land seinen Vertreter bei der EU zu Konsultationen ab und forderte die Union auf, ihren Repräsentanten Dirk Schuebel ebenfalls vorläufig abzuziehen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Juni 2021 um 22:05 Uhr in den Nachrichten.