Ein Landwirt fährt mit einer Pestizid- und Düngerspritze über ein Feld | Bildquelle: picture alliance / dpa

Unkrautvernichter Erste Schritte zum Glyphosat-Aus

Stand: 06.11.2018 13:09 Uhr

Umweltministerin Schulze will ein Enddatum für Glyphosat festsetzen. Einen Ausstieg vor dem Jahr 2023 soll es nicht geben - bis dahin soll der Einsatz des Unkrautvernichters aber immer stärker eingeschränkt werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will das Aus des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat forcieren. "Wir wollen den Ausstieg jetzt schrittweise vorantreiben, inklusive eines Enddatums", sagte die SPD-Politikerin. "Wir wollen alle Möglichkeiten ergreifen, die uns das Recht bietet." Glyphosat dürfe auch nicht durch ähnliche Stoffe ersetzt werden.

Ein Komplettverbot ist nach Ansicht Schulzes wegen der EU-Zulassung derzeit nicht möglich. Man wolle aber den Einsatz in sensiblen Gebieten etwa an Gewässern einschränken, die Zulassungspraxis für Pestizide ändern und Schutzflächen schaffen.

Schulze rechnet mit Kooperation des Klöckner-Ministeriums

Das Umweltbundesamt soll jetzt einen ersten Bescheid mit Auflagen zur Anwendung glyphosathaltiger Mittel an das Landwirtschaftsministerium schicken. Man gehe von der Kooperation des Ministeriums aus, sagte Schulze.

Die Ministerin räumte aber ein, dass es mit dem von Julia Klöckner (CDU) geführtem Ministerium noch keine abgestimmte Linie zu ihrem Konzept gibt. Der Koalitonsvertrag gebe aber den schrittweisen Ausstieg vor.

Eine Auflage sieht vor, dass Landwirte im Schnitt ab 2020 im Gegenzug zum Einsatz dieser Pestizide etwa zehn Prozent ihrer Fläche völlig pestizidfrei halten müssen. Diese sogenannten Biodiversitätsflächen sollen dafür sorgen, dass sich dort Insekten wieder ausbreiten.

Schulzes Konzept besteht aus einem Dreiklang: Neben den Auflagen bei der Neuzulassung und Einschränkungen bei der Anwendung wolle man sobald wie möglich ein Enddatum für Glyphosat in Deutschland festschreiben. Der Datum des Ausstiegs könne allerdings frühestens Ende 2023 sein, da bis dahin das Mittel in der EU zugelassen sei, so Schulze.

Schrittweiser Glyphosat-Ausstieg
tagesschau 12:00 Uhr, 06.11.2018, Karin Dohr, ARD Berlin

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Kritik von Bayer

Der Agrarchemie-Konzern Bayer kritisierte den Vorstoß. "Leider ist die Debatte um Glyphosat in Deutschland von politischen Interessen statt von fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen geprägt", sagte der Geschäftsführer der Konzerntochter Bayer CropScience Deutschland, Helmut Schramm.

Glyphosat sei ein sicheres Mittel, um Ernten zu sichern. "Wer für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ist, müsste sich für Glyphosat einsetzen, anstatt den Ausstieg zu fordern." Zudem würde ein Verlust von Glyphosat zu Wettbewerbsnachteilen deutscher Landwirte führen, befürchtet er.

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. November 2018 um 12:00 Uhr.

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