Spaziergänger gehen bei Sonnenuntergang über einen Weg durch die Salzwiesen im Watt bei Westerhever in Schleswig-Holstein

"Glücksatlas" der Deutschen Post Nordlichter sind am glücklichsten

Stand: 05.11.2013 17:28 Uhr

Trotz aller Alltagssorgen und der andauernden Eurokrise sind die Deutschen mit ihrem Leben nach wie vor glücklich. Das geht aus dem "Glücksatlas 2013" der Deutschen Post hervor.

Die allgemeine Lebenszufriedenheit erreicht auf einer Skala von Null bis Zehn einen Wert von 7,0 und bleibt damit auf hohem Niveau stabil. Im Europavergleich rückt Deutschland demnach auf Platz acht von 30 vor und liegt deutlich über dem Glücks-Durchschnitt von 6,3. Auf den ersten drei Plätzen liegen Dänemark (8,9), Schweden (8,2) und die Niederlande (8,0). Schlusslicht ist Griechenland mit einem Index 3,4.

Zur guten Stimmung hierzulande tragen laut Studie vor allem die wirtschaftlichen Bedingungen und die günstige Arbeitsmarktlage bei.

"Glücks-Kluft" zwischen Ost und West wächst wieder

Spaziergänger gehen bei Sonnenuntergang über einen Weg durch die Salzwiesen im Watt bei Westerhever in Schleswig-Holstein

Spaziergänger im Watt bei Westerhever in Schleswig-Holstein. Laut "Glücksatlas 2013" sind die Bewohner im "Land der Horizonte" die zufriedensten Deutschen.

Am zufriedensten sind die Menschen in Deutschland der Umfrage zufolge im Norden, wobei Schleswig-Holstein Hamburg vom ersten Platz des Glücksrankings verdrängt hat. Im Mittelfeld liegen die westdeutschen Regionen. Am unzufriedensten sind demnach die Bewohner in Brandenburg, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In der Gruppe der westdeutschen Regionen liegen die Franken (6,95) auf dem letzten Platz, die ostdeutschen Regionen werden von Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wert von 6,75 angeführt.

Der Studie zufolge hat die vergleichsweise geringe Zufriedenheit in Brandenburg auch ökonomische Gründe. So liegt die Arbeitslosigkeit zuletzt noch immer um rund 50 Prozent über dem Bundesmittel, die verfügbaren Einkommen liegen etwa 14 Prozent darunter.

Dass dies jedoch nicht zwingend zum "Feel-Bad-Faktor" werden müsse, zeige andererseits das Beispiel Schleswig-Holstein: "Auch Schleswig-Holstein ist arm. Und auch hier hat man, anders als in Hamburg, eher schlechte Karten, wenn man auf einer Hallig einen Herzinfarkt bekommt", sagt Prof. Bernd Raffelhüschen von der Uni Freiburg, der das Projekt wissenschaftlich betreut. "Eigentlich ist diese hohe Lebenszufriedenheit unerklärlich."

Der Abstand beim Glücksniveau in Ost (6,73) und West (7,05) ist 2013 wieder leicht auf 0,32 Punkte angewachsen.

Junge Migranten sind zuversichtlich - wenn sie Deutsch sprechen

Besonderes Augenmerk legten die Forscher in diesem Jahr auf das Glücksempfinden von Zuwanderern. Die Sonderauswertung der Studie kommt zu dem Schluss, dass Migranten in Deutschland recht zufrieden mit ihrem Leben sind. Der Abstand zur Gesamtbevölkerung beträgt demnach lediglich 0,04 Punkte. Besonders die Kinder der Zuwanderer sehen mit einem Glücksindex von 7,2 ausgesprochen zuversichtlich in die Zukunft.

Ausschlaggebend sind laut Studie neben wirtschaftlichen Gründen auch die Beherrschung der deutschen Sprache. Während jene Migranten, die nach eigener Ansicht über eine sehr hohe Sprachkompetenz verfügen, einen Zufriedenheitswert von 7,2 angeben, liegt der Wert bei jenen mit gar keinen Deutschkenntnissen bei 6,3.

Die Allensbach-Befragung ergibt außerdem eine hohe Aufstiegsorientierung der Migranten: Während 48 Prozent der Gesamtbevölkerung der Meinung sind, dass ihre eigene soziale Stellung sich deutlich gegenüber jener der Eltern verbessert habe, sagen das von den Migranten 61 Prozent.

Jugendliche mit Migrationshintergrund

Laut "Glücksatlas" sehen Kinder von Migranten zuversichtlich in die Zukunft. Wichtig für das persönliche Glücksempfinden sind allerdings gute Sprachkenntnisse.

Zuwanderer sind offenbar auch mit ihrer wirtschaftlichen Lage tendenziell zufriedener: 45 Prozent der gesamten Bevölkerung bewerten ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sogar sehr gut, von den Zuwanderern sind es 49 Prozent. 41 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund meinen, dass es ihnen heute finanziell besser geht als vor fünf Jahren, in der Gesamtbevölkerung sind es nur 26 Prozent.

Der Glücksatlas basiert auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels, für den 20.000 Haushalte bundesweit und repräsentativ über Jahre hinweg befragt werden, sowie ergänzenden Erhebungen des Demografieinstituts Allensbach. Insgesamt wurden Daten und subjektive Einschätzungen zu den Bereichen Familie, Arbeit, Gesundheit, Haushaltseinkommen, Freizeit und Wohnen ausgewertet.

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KOMMENTARE

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Sasquatch 06.11.2013 • 00:57 Uhr

@ LanaK

Wäre das nicht eine schöne Welt, in der jeder dort leben könnte, wo sie/er am glücklichsten ist? Schön, dass das für uns beide (und, wie man hier hören kann auch für viele andere Schleswig-Holsteiner) funktioniert. Ich bin zwar in Brandenburg geboren, habe aber als ehemaliger Seemann zwei glückliche Jahrzehnte an der deutschen Nord- und Ostseeküste verbracht. Hummel-Hummel in die alte Heimat!