Madiea Ghafoor aus den Niederlanden startet bei der Team-Europameisterschaft der Leichtathleten 2014 über 400 Meter | Bildquelle: dpa

Wegen Drogeneinfuhr Lange Haftstrafe für Sprinterin Ghafoor

Stand: 04.11.2019 17:08 Uhr

Im Sommer war sie mit mehr als 50 Kilo Drogen im Auto erwischt worden - nun wurde die niederländische Sprinterin Ghafoor zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Sie hatte angegeben, nichts von den Drogen gewusst zu haben.

Acht Jahre und sechs Monate - so lautet das Urteil, das das Landgericht Kleve im Fall Madiea Ghafoor gefällt hat. Die niederländische Profi-Sprinterin wurde wegen Einfuhr von Drogen und Beihilfe zum Drogenhandel schuldig gesprochen. Nach Auffassung der Richter hatte die 27-Jährige im Juni wissentlich rund 50 Kilogramm Ecstasy und rund zwei Kilogramm Crystal Meth im Auto über die Grenze gebracht.

Die Behauptung der Angeklagten, sie habe nichts von den Drogen gewusst, sei unglaubwürdig, so das Gericht. Niemand würde einem Kurier Drogen im Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro überlassen, wenn der nichts davon wisse. Das Risiko wäre viel zu hoch, stellte der Vorsitzende Richter Jürgen Ruby in der Urteilsbegründung fest.

Strafmaß höher als gefordert

Mit dem Urteil lag das Gericht über dem von der Anklage geforderten Strafmaß. Die hatte auf sieben Jahre und sechs Monate Haft plädiert.

Ghafoor weinte während des Urteils. Ihr Anwalt Norman Werner kündigte an, das Urteil anzufechten.

Die Angeklagte hatte zuvor über ihren Anwalt erklären lassen, sie habe sich vor der WM in Doha wegen eines Formtiefs dopen wollen und sich dabei auf den Transport von Dopingmitteln eingelassen.

Zollbeamte hatten die 27-Jährige im Sommer routinemäßig nach ihrer Einreise über die Autobahn bei Emmerich kontrolliert und dabei die zum Teil mehrfach eingeschweißten Drogen sowie mehr als 12.000 Euro Bargeld gefunden.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 04. November 2019 um 18:57 Uhr.

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