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Vorbereitung auf Notlagen Bund baut nationale Gesundheitsreserve auf

Stand: 30.11.2020 09:11 Uhr

Es ist eine Lehre aus der Corona-Pandemie: Um künftig Engpässe bei Schutzausrüstung, Medikamenten oder medizinischen Geräten zu vermeiden, will der Bund 19 Lager mit wichtigem Material aufbauen.

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund in Deutschland eine nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. "Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der Nachrichtenagentur dpa. An insgesamt 19 Standorten sollen künftig Lager entstehen. Mit den Plänen soll sich heute das Corona-Kabinett befassen.

Demnach soll die Reserve bis Ende 2021 vor allem mit schon beschafften Masken gefüllt werden, dann mit Material aus inländischer Produktion. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat. Die Reserve soll im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn. "So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten. Am Material soll gute Gesundheitsversorgung nicht scheitern."

Knappheit im Frühjahr

Die Bundesregierung hatte Anfang Juni grundsätzlich den Aufbau einer "Nationalen Reserve Gesundheitsschutz" beschlossen und beteiligte Ministerien mit einem Konzept beauftragt. Hintergrund ist auch, dass zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr Schutzmasken und anderes Material knapp waren. Der Bund stieg daraufhin in die Beschaffung ein und beschloss Anreize für inländische Hersteller. Eigene Reserven sollen in erster Linie auch weiterhin medizinische Einrichtungen und die Länder vorhalten, ehe auf Bundesbestände zugegriffen werden soll.

In der Vorlage heißt es, Materialien aus der nationalen Gesundheitsreserve sollen grundsätzlich dezentral verfügbar sein. Für die erste Phase sind demnach derzeit von Seiten des Bundes über Logistikunternehmen 16 regionale Standorte vorgesehen: Apfelstädt, Augsburg, Bergkamen, Biblis, Crailsheim, Dortmund, Emmerich, Euskirchen, Halle, Hamburg, Ibbenbüren, Kabelsketal, Krefeld, Langenhagen, Neuss, Unna. Dazu kommen vom Bund gemietete Lagerflächen für Handdesinfektionsmittel in Neustadt, Muggensturm und Krefeld. Die Bundesreserve soll kompatibel zu Länderreserven sein, beraten werden soll auch über Kooperationen.

Bedarf für bis zu sechs Monate

Konkret soll die Reserve bestimmte Mengen beschaffen und bevorraten, sich aber etwa auch Belieferungsoptionen und Produktionskapazitäten sichern. Mit einer solchen Kombination soll der Bedarf für bis zu sechs Monate abgedeckt werden können - immer physisch verfügbar sein soll ein Mindestvorrat für einen Monat. Neben der Versorgung des Gesundheitssektors und des Bundes solle auch humanitäre Hilfe mit Schutzausstattung für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Staaten ermöglicht werden können, heißt es in der Vorlage.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. November 2020 um 08:01 Uhr.